Illegaler Handel mit über 700 Waffen? Angeklagte schweigen

Illegaler Handel mit über 700 Waffen? Angeklagte schweigen

Zwei mutmaßliche Waffenhändler, die in Berlin im großen Stil umgebauten Pistolen verkauft haben sollen, haben vor dem Landgericht geschwiegen.

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In dem Prozess geht es um illegale Geschäfte mit insgesamt 737 Waffen. Ein 57-jähriger Angeklagter soll 40 Fahrten in die Slowakei unternommen und Pistolen, die zu entschärften Attrappen umgebaut worden waren, erworben haben. Die Waffen seien dann in ihren Ursprungszustand zurückgebaut worden. Der 56-jährige Mitangeklagte habe einige der Pistolen verkauft. Zu Prozessbeginn am Dienstag (30. Juli 2019) verweigerten die beiden Männer eine Aussage.
Der mutmaßliche Handel soll laut Ermittlungen im April 2016 begonnen haben. Der 57-Jährige habe halbautomatische Schusswaffen, die auf ein deutlich kleineres Kaliber verändert worden waren, in der Slowakei erworben. «Nach dem Erwerb, vermutlich erst in Berlin, wurden die Pistolen jedoch wieder auf das Kaliber 9 mm zurückgebaut», heißt es in der Anklage. Die dadurch wieder scharfen Waffen seien zu einem Preis von jeweils etwa 2500 Euro verkauft worden. Seit März 2019 befinden sich die beiden Angeklagten in Untersuchungshaft.
Im Zusammenhang mit dem Waffenschmuggel war es vor rund sechs Monaten zu einer Großrazzia in Berlin gekommen. An dem Einsatz waren etwa 300 Einsatzkräfte der Berliner sowie der Brandenburger Polizei beteiligt. 26 Wohnungen und Lokale seien durchsucht worden, hieß es damals. In den letzten Jahren sollen in Berlin nach Angaben von Ermittlern über 70 derart umgebaute Pistolen bei diversen Straftaten im Drogenmilieu beschlagnahmt worden sein. Der Prozess wird am 2. August fortgesetzt.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 30. Juli 2019 14:51 Uhr

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