Nach Helferkonferenz erstochen: Täter kommt in Psychiatrie

Nach Helferkonferenz erstochen: Täter kommt in Psychiatrie

Nach einem tödlichen Messerangriff auf einen Betreuer in einer Einrichtung in Gesundbrunnen vor rund sechs Monaten hat das Landgericht die Unterbringung des Beschuldigten in der Psychiatrie angeordnet.

Ein Schild mit der Aufschrift "Landgericht Berlin"

© dpa

Der 30-Jährige sei wegen einer Erkrankung nicht schuldfähig gewesen, begründeten die Richter am Donnerstag (09. Mai 2019). Davon waren zuvor auch Staatsanwaltschaft und Verteidigung in ihren Plädoyers ausgegangen.

Mehr als 50 Mal auf Betreuer eingestochen

Der Beschuldigte, ein russischer Staatsangehöriger, wohnte in der Unterkunft für psychisch kranke Straftäter, als es zu dem Angriff kam. Am Ende einer Hilfekonferenz im November 2018 sei der Beschuldigte plötzlich aufgesprungen und habe mehr als 50 Mal mit einem Messer auf seinen Bezugsbetreuer eingestochen, hieß es weiter im Urteil. Der 39-Jährige erlang noch am Tatort seinen Verletzungen.

Umstellung der Medikation führte zu Verschlechterung

Der vorbestrafte 30-Jährige gilt seit Jahren als psychisch krank. Nach einem beinahe tödlichen Angriff auf einen Mitgefangenen im März 2009 wurde er im Berliner Maßregelvollzug untergebracht, weil er bei der Tat nicht schuldfähig gewesen sei. 2016 kam der Mann auf Bewährung und unter Weisungen frei. Nach einer Umstellung der Medikation im Juli 2018 habe sich der Zustand des Beschuldigten verschlechtert, so das Gericht. Bei der Tat habe sich der 30-Jährige in einer akuten Psychose befunden. Weil weiterhin eine erhebliche Fremdgefährdung bestehe, müsse er für eine langfristige Behandlung untergebracht werden. Der Beschuldigte hatte erklärt, er habe unter Wahnvorstellungen gelitten und könne sich an das schreckliche Geschehen nicht erinnern.
Das Blaulicht
© dpa

Kriminalität

Von Dieben, Brandstiftern & Co.: Aktuelle Polizeimeldungen und Nachrichten über Verbrechen und Prozesse in Berlin. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 9. Mai 2019 15:53 Uhr

Weitere Polizeimeldungen