Kampf gegen Genitalverstümmelungen bei Mädchen und Jungen

Kampf gegen Genitalverstümmelungen bei Mädchen und Jungen

Mit einer einjährigen Aufklärungskampagne wollen mehrere Frauen- und Menschenrechtsorganisationen gegen Genitalverstümmelungen kämpfen. Die Verletzungen könnten «verheerende Folgen» für die Betroffenen haben. Es sei ein Menschenrecht, über die eigenen Genitalien selbst zu entscheiden, erklärte Terres des Femmes am Dienstag zum weltweiten Tag der genitalen Selbstbestimmung.

«Medizinisch nicht notwendige Eingriffe am Genital verletzen das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und greifen die Würde des Kindes als Individuum an», hieß es. Die Verstümmelungen würden oft als «Beschneidungen» verharmlost oder mit kulturellen oder religiösen Sitten entschuldigt.
Bei der Genitalverstümmelung an Mädchen werden vor allem in afrikanischen Gesellschaften die äußeren Geschlechtsorgane von jungen Mädchen teilweise oder ganz abgeschnitten. Die Prozedur wird meist ohne Betäubung und mit nicht sterilen Gegenständen wie Rasierklingen oder Glasscherben durchgeführt.
Die Opfer leiden oft unter lebenslangen körperlichen und psychischen Folgen. Terre des Femmes schätzt, dass in Deutschland bundesweit rund 65 000 Mädchen und Frauen mit einer Genitalverstümmelung leben, weitere 15 500 gelten als gefährdet.
Ausdrücklich thematisiert die Kampagne auch Beschneidungen bei Jungen, wie sie bei Juden und den meisten Moslems traditionell durchgeführt werden. Der Berliner Senat richtete Anfang des Jahres eine Koordinierungsstelle für eine umfassende Präventionsarbeit gegen Genitalverstümmelung ein.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 7. Mai 2019 11:00 Uhr

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