Prozess um Gewalt gegen Mieter vertagt

Prozess um Gewalt gegen Mieter vertagt

Gegen drei Männer, die Mieter einer Werkstatt in Britz drangsaliert und ihnen mit einer stadtbekannten arabischstämmigen Großfamilie gedroht haben sollen, hat der Prozess vor dem Landgericht begonnen.

Justitia

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Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: D.- W. Ebener/Archiv

Die 38- bis 58-Jährigen sollen versucht haben, die Herausgabe der Immobilie zu erpressen. Den Geschädigten hätten sie im Februar 2017 damit gedroht, dass sie Angehörige eines Clans seien und die «Macht von Berlin» darstellten. Weil ein vierter Angeklagter zu Prozessbeginn am Montag (06. Mai 2019) fehlte, wurde die Verhandlung vor Verlesung der Anklage vertagt.
Der wegen Beihilfe mitangeklagte 71-Jährige, der Vermieter des Gewerbegrundstücks gewesen sein soll, hatte zwei ärztliche Atteste eingereicht. In einem wurde ihm derzeitige Verhandlungsunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen bescheinigt. Weil die Richter Zweifel hatten, ordneten sie eine amtsärztliche Untersuchung an. Am zweiten Prozesstag, voraussichtlich am 8. Mai, soll ein Ergebnis vorliegen.
Zwei der Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft. Sie sollen als Angehörige einer polizeibekannten Großfamilie aufgetreten sein. Im Sommer 2018 beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft 77 Immobilien, die dem Clan zugeordnet werden.
Das Grundstück in Britz würde nicht zu den 77 Immobilien gehören, hieß es am Rande des Prozesses. Die Anklage lautet auf versuchte schwere räuberische Erpressung, Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung. Der Vermieter soll den Hauptangeklagten geholfen haben. Ihm sei der Verkauf an die Großfamilie lukrativer erschienen als die bereits mündlich vereinbarte Veräußerung an die langjährigen Mieter.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 6. Mai 2019 12:46 Uhr

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