Selbstjustiz: Drei Supermarkt-Mitarbeiter verurteilt

Selbstjustiz: Drei Supermarkt-Mitarbeiter verurteilt

Für Selbstjustiz gegen ertappte Ladendiebe sind drei Supermarkt-Mitarbeiter zu Bewährungsstrafen verurteilt worden.

Justitia

© dpa

Das Amtsgericht Tiergarten sprach die Männer am Dienstag (02. April 2019) der gefährlichen Körperverletzung schuldig. Sie hätten Diebe geschlagen und Selbstjustiz geübt - «das ist verwerflich und nicht hinnehmbar», begründeten die Richter. Gegen die geständigen Angeklagten im Alter von 32 bis 37 Jahren ergingen Strafen von einem Jahr bis zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung.
Der damalige Filialleiter eines der Märkte war bereits im März 2017 im Zusammenhang mit diesen Taten wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte in einem Geschäft im Stadtteil Lichtenberg einen obdachlosen Mann beim Diebstahl von Alkohol erwischt. Ein wuchtiger Schlag des Filialleiters in das Gesicht des Geschädigten sei mitursächlich für dessen Tod drei Tage später gewesen, befand das Landgericht.
Hintergrund des jetzigen Prozesses waren Übergriffe auf 15 Opfer in der Zeit von Juli 2015 bis September 2016. Als stellvertretende Filialleiter in zwei Berliner Supermärkten hätten die Angeklagten ertappte Ladendiebe - zumeist Obdachlose - geschlagen, so die Staatsanwaltschaft. Dabei hätten sie Quarzhandschuhe getragen.
Die Angeklagten hatten Bedauern geäußert. Ein stellvertretender Filialleiter gestand acht Übergriffe, die Mitangeklagten jeweils vier. «Die Angeklagten haben erkannt, dass sie einen falschen Weg eingeschlagen hatten», hieß es im Urteil. Auch die Staatsanwältin und die Verteidiger hatten auf Bewährungsstrafen plädiert.
Das Blaulicht
© dpa

Kriminalität

Von Dieben, Brandstiftern & Co.: Aktuelle Polizeimeldungen und Nachrichten über Verbrechen und Prozesse in Berlin. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 2. April 2019 16:34 Uhr

Weitere Polizeimeldungen