Taxifahrer überfallen und Auto geraubt: Haftstrafen für Trio

Taxifahrer überfallen und Auto geraubt: Haftstrafen für Trio

Weil sie einen Taxifahrer in Polen mit zwei Messern bedroht und das Auto des 67-Jährigen geraubt hatten, sind drei junge Berliner zu Haftstrafen verurteilt worden.

Schild mit der Aufschrift «Landgericht Berlin»

© dpa

Zwei Jahre und neun Monate Gefängnis verhängte das Landgericht am Montag (18. März 2019) gegen eine 23-jährige Frau. Ein 21-Jähriger erhielt eine Jugendstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Ein 16-Jähriger soll für 18 Monate in Jugendhaft. Das Trio habe sich des räuberischen Angriffs auf einen Kraftfahrer und der besonders schweren räuberischen Erpressung schuldig gemacht.
Die drei Angeklagten hatten den Taxifahrer im August 2018 in Polen überfallen und an einer Autobahnauffahrt in der Nähe von Stettin (Szczecin) hilflos zurückgelassen. Kurz darauf habe der 67-Jährige einen Herzinfarkt erlitten, so das Gericht. «Die Drohungen waren mit entscheidend dafür.» Der Geschädigte sei in ein Krankenhaus nach Stettin gebracht worden. Er befinde sich seither im Koma.
Die geständigen Angeklagten waren zwei Tage nach dem Überfall in Marzahn gefasst, als sie in dem geraubten Taxi saßen. «Es waren zur Tatzeit drei junge Leute, die keinen Plan für ihr Leben hatten», hieß es weiter im Urteil. Mit dem Zug seien sie spontan nach Polen gefahren. Als das Geld für die Rückfahrt nicht reichte, seien die Angeklagten auf die Idee gekommen, ein Taxi zu rauben. Planlos, übermüdet und angetrunken hätten sie die Tat begangen.
Das Gericht ging von verminderter Schuldfähigkeit der Angeklagten aus. Die Staatsanwältin hatte Haftstrafen bis zu knapp vier Jahren beantragt. Die Anwälte plädierten auf Strafen von etwa zwei Jahren.
Das Blaulicht
© dpa

Kriminalität

Von Dieben, Brandstiftern & Co.: Aktuelle Polizeimeldungen und Nachrichten über Verbrechen und Prozesse in Berlin. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 19. März 2019 09:19 Uhr

Weitere Polizeimeldungen