Rentnerin in Wohnung erschlagen: Täter muss in Psychiatrie

Rentnerin in Wohnung erschlagen: Täter muss in Psychiatrie

Ein 24-Jähriger, der eine 84 Jahre alte Rentnerin in ihrer Wohnung in Prenzlauer Berg brutal erschlagen hat, muss in die Psychiatrie.

Ein Richterhammer

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Er sei ohne Behandlung für die Allgemeinheit gefährlich, begründete das Landgericht am Donnerstag (21. Februar 2019) die Entscheidung und ordnete die Unterbringung des Mannes in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Die Tat sei «Ausfluss einer akuten Psychose» gewesen. Die Richter folgten damit den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Opfer und Angeklagter kannten sich nicht

Der aus Kamerun stammende abgelehnte Asylbewerber sei im Mai 2018 zunächst orientierungslos durch die Hauptstadt geirrt und habe dann willkürlich an einer Wohnungstür geklingelt, heißt es im Urteil. Als die ihm unbekannte 84-Jährige öffnete, habe er sie sofort attackiert und mit «unbändiger Gewalt auf sie eingeschlagen und eingetreten». Der Angreifer habe die Rentnerin durch zahlreiche Schläge mit ihrem eigenen Einkaufstrolley brutal umgebracht. Danach habe er Kleidung der Getöteten angezogen und sich in ihr Bett gelegt.

Angeklagter leidet wahrscheinlich an paranoider Schizophrenie

Der Beschuldigte, der sich nicht zu den Vorwürfen geäußert habe, leide vermutlich an einer paranoiden Schizophrenie, hieß es weiter. Weil laut psychiatrischem Gutachten eine Schuldunfähigkeit bei der «grauenvollen Tat» nicht auszuschließen sei, könne er nicht wegen Totschlags verurteilt werden.

DNA-Spuren führten zum Täter

Durch am Tatort sichergestellte DNA-Spuren war der 24-Jährige ins Visier der Ermittler geraten. Der Mann, der 2015 nach Deutschland kam und erfolglos einen Asylantrag gestellt hatte, ist wegen Diebstahls und sexueller Belästigung vorbestraft. Zwei Wochen nach der Tötung der 84-Jährigen wurde er in einer Einrichtung für Wohnungslose in Brandenburg an der Havel festgenommen.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 21. Februar 2019 16:12 Uhr

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