Bekennerschreiben nach Anschlag auf Scholz' Wohnhaus

Bekennerschreiben nach Anschlag auf Scholz' Wohnhaus

Nach dem Anschlag auf das Hamburger Wohnhaus von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Auf der Plattform «indymedia» bezeichnet der anonyme Verfasser die Aktion als «internationales Rauchzeichen». Als Gründe für die Tat werden der G20-Gipfel in Buenos Aires und die dortigen Proteste angegeben. Scholz sei «der Taktgeber des sozialen Angriffs der vergangenen Jahrzehnte».

Hamburger Wohnhaus von Minister Scholz

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Schwarze Farbe an der Fassade des Hamburger Wohnhauses von Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Foto: Bodo Marks/Archiv

Die Polizei teilte mit, man habe das Schreiben zur Kenntnis genommen. Der Staatsschutz ermittle wegen einer politisch motivierten Straftat. Eine Gruppe von mindestens zehn vermummten Menschen hatte nach Polizeiangaben in der Nacht zu Freitag zunächst einen Autoreifen vor dem Mehrfamilienhaus im Hamburger Stadtteil Altona angezündet und danach mit schwarzer Farbe gefüllte Marmeladengläser gegen die Hauswand geworfen. Die Täter seien geflüchtet. Der SPD-Politiker selbst war zum Tatzeitpunkt nicht in seiner Wohnung.
Vor rund einer Woche hatte schon ein Einbruch in einem Potsdamer Mehrfamilienhaus für Schlagzeilen gesorgt, in dem der Vizekanzler ebenfalls lebt. Scholz ist mit der brandenburgischen Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) verheiratet. Unbekannte gelangten in eine Nachbarwohnung und erbeuteten EC-Karten und Wertgegenstände. Das Haus wird von Polizisten bewacht. Scholz' Wohnung war nicht betroffen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Brandenburg vom Samstag liegen keinerlei Erkenntnisse vor, die auf einen möglichen Zusammenhang mit Hamburg hindeuten könnten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 1. Dezember 2018 16:00 Uhr

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