Gericht weist Anklage gegen «Artemis»-Betreiber ab

Gericht weist Anklage gegen «Artemis»-Betreiber ab

Mehr als zweieinhalb Jahre nach einer großen Razzia im Bordell «Artemis» kommen dessen Betreiber bis auf weiteres nicht vor Gericht. Eine Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Berlin hat die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen zwei Geschäftsführer und drei Hausdamen nicht zugelassen, wie eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch sagte. Es ging um den Vorwurf der Hinterziehung von Sozialabgaben und Steuern. Die Kammer werte die Tätigkeit von Prostituierten und Masseuren in dem Bordell jedoch als Selbstständigkeit, sagte die Sprecherin. Die Staatsanwaltschaft kann noch Beschwerde einlegen. Zuvor hatte der «Tagesspiegel» berichtet.

Paragrafen-Symbole

© dpa

Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen angebracht. Foto: Oliver Berg/Archiv

Das Bordell war am 14. April 2016 von einem Großaufgebot von 900 Polizisten, Zollfahndern und Staatsanwälten durchsucht worden. Danach hatte die Staatsanwaltschaft von direkten Verbindungen zur organisierten Rocker-Kriminalität, Ausbeutung von Prostituierten und Gewaltanwendung gesprochen. Den Betreibern wurde vorgeworfen, 17,5 Millionen Euro Sozialabgaben hinterzogen zu haben. Ein damaliger Oberstaatsanwalt zog einen Vergleich mit dem Gangster Al Capone im Chicago der 20er Jahre.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 21. November 2018 12:10 Uhr

Weitere Meldungen