Mordprozess ohne Leiche: Angeklagter schweigt vor Gericht

Mordprozess ohne Leiche: Angeklagter schweigt vor Gericht

Ein Jahr nach dem Verschwinden eines 42 Jahre alten Mannes aus Wilmersdorf hat vor dem Landgericht der Mordprozess gegen seinen Mitbewohner begonnen.

Statue der Justitia

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Die Verteidiger des 47-Jährigen erklärten am 5. Oktober, ihr Mandant werde sich nicht äußern. Er sei aber unschuldig. Der 47-Jährige soll den Online-Devisenhändler laut Anklage aus Habgier und zur Verdeckung von Diebstählen getötet und an einen bis heute unbekannten Ort gebracht haben.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte zunächst mehrere hochwertige Uhren, Silbermünzen und Goldschmuck aus dem Zimmer des Geschäftsmannes gestohlen hat. Wenige Tage später sei es im Oktober 2017 «auf nicht festgestellte Weise» zum tödlichen Angriff auf den 42-Jährigen gekommen, heißt es in der Anklage. In den Tagen danach habe der arbeitslose Hotelfachmann Geld von Konten des Opfers auf andere Konten transferiert und für eigene Zwecke verwendet. Insgesamt sollen es rund 42 000 Euro gewesen sein.
Der Angeklagte lebte laut Ermittlungen als Untermieter mit in der Wohnung des Verschwundenen. Dieser soll ein fragwürdiges Investment-Modell betrieben haben. Die Verteidiger sagten am Rande der Verhandlung, sie hätten keine Anhaltspunkte, «dass der Mann tot ist». Es sei nicht auszuschließen, dass er untergetaucht sei. Der Prozess wird am 9. Oktober fortgesetzt.
Das Blaulicht
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 5. Oktober 2018 13:31 Uhr

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