Ermittlungen gegen Polizisten nach Festnahmen

Ermittlungen gegen Polizisten nach Festnahmen

Gewalt in Kreuzberg: Bei einer Festnahme werden Beamte mit Steinen und Flaschen beworfen. Doch auch die andere Seite soll nicht ganz friedlich gewesen sein.

Ein Blaulicht

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Ein Blaulicht auf dem Dach eines Polizeiwagens. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv

Berlin (dpa/bb) - In Berlin-Kreuzberg ist die Festnahme eines mutmaßlichen Fahrraddiebes aus dem Ruder gelaufen. Beamte seien am Kottbusser Tor am Donnerstagnachmittag aus einer Gruppe heraus mit Steinen, Blumentöpfen, Aschenbechern und Glasflaschen beworfen worden, teilte die Polizei am Freitag mit. Drei Beamte wurden demnach verletzt. Vier Angreifer im Alter von 16 bis 36 Jahren wurden festgenommen. Aber auch ein Beamter soll gewalttätig geworden sein. Gegen ihn sei ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf Körperverletzung im Amt eingeleitet worden, hieß es.
Die Beamten waren zuvor in die Reichenberger Straße gerufen worden, weil ein 22-Jähriger als mutmaßlicher Dieb eines Fahrrads wiedererkannt worden war. Als die Kontrolle des Mannes schon fast erledigt war, trat der Verdächtige gegen das Polizeiauto und riss eine der Türen auf. Beim Versuch, ihn festzunehmen, attackierte eine sich schnell bildende Gruppe die Polizisten.
Ausgangspunkt der internen Polizeiermittlungen gegen einen ihrer Einsatzkräfte sind mehrere Videos im Internet, auf denen der Vorfall aus verschiedenen Perspektiven zu sehen ist. Zu sehen ist, wie mehrere Polizisten am Kottbusser Tor einen Mann überwältigten, der sich wehrt. Dabei ist laut Polizei auch zu erkennen, «wie ein hinzukommender Polizeibeamter einen am Boden liegenden Festgenommenen mehrfach tritt». Weiter hieß es: «Auch wenn die Echtheit des Videos noch nicht bestätigt ist, haben wir ein Strafverfahren wegen des Verdachts einer Körperverletzung im Amt eingeleitet.»
Die Berliner Polizeigewerkschaft (GdP) forderte, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Pressesprecher Benjamin Jendro erklärte, es sei schwer, den Vorfall anhand eines Ausschnitts zu bewerten. Zugleich sagte er: «Sollte jemand über die Stränge geschlagen haben, wird das ermittelt.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 28. September 2018 16:30 Uhr

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