Justizsenator: Mehr Ermittlungen wegen Sexualdelikten

Justizsenator: Mehr Ermittlungen wegen Sexualdelikten

In Berlin ist die Zahl von Ermittlungsverfahren zu Sexualdelikten stark gestiegen. Die Staatsanwaltschaft führte im Vorjahr insgesamt 2295 Verfahren zu sexuellen Übergriffen, Nötigung, Belästigung oder Vergewaltigung, teilte die Senatsverwaltung für Justiz am Montag mit. Zuvor berichtete die «Berliner Zeitung».

Dirk Behrendt

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Dirk Behrendt (Bündnis 90/Die Grünen), Justizsenator von Berlin. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv

2017 war das erste Jahr nach der Reform des Sexualstrafrechts, in dem das Prinzip «Nein heißt Nein» festgeschrieben wurde. Demnach macht sich nicht nur derjenige strafbar, der Sex mit Gewalt oder Drohung erzwingt. Vielmehr wird nun auch geahndet, wenn sich der Täter über den «erkennbaren Willen» des Opfers hinwegsetzt. Neu ist zudem der Tatbestand der sexuellen Belästigung. Außerdem werden auch Straftaten wie Übergriffe auf Frauen aus einer Gruppe heraus verfolgt.
Im Jahr 2016 verzeichnete die Statistik in Berlin 1296 Ermittlungsverfahren wegen Sexualdelikten. 2017 erhöhte sich die Zahl der Ermittlungsverfahren dann stark, wie die Statistik zeigt.
Offenbar trauten sich viel mehr betroffene Frauen, Anzeige zu erstatten, sagte Katharina Göpner vom Bundesverband der Frauenberatungsstellen der «Berliner Zeitung».
Die Entwicklung setzt sich fort. In diesem Jahr wurden bis Mitte August bereits 1635 Ermittlungsverfahren registriert. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) sagte der Deutschen Presse-Agentur, die steigende Anzeigen-Zahl mache deutlich, dass die betroffenen Frauen dem Rechtsstaat vertrauten. Zudem hellen laut Behrendt mehr Verfahren das Dunkelfeld auf und tragen dazu bei, Täter dingfest zu machen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 20. August 2018 15:30 Uhr

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