Mutmaßlicher «Migrantenschreck»-Betreiber ausgeliefert

Mutmaßlicher «Migrantenschreck»-Betreiber ausgeliefert

Genau drei Monate nach seiner Verhaftung in Ungarn ist der mutmaßliche Betreiber des früheren Internet-Shops «Migrantenschreck» nach Deutschland ausgeliefert worden.

Handschellen

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Wie die Berliner Staatsanwaltschaft am 28. Juni mitteilte, landete der 34-jährige per Flugzeug um 16.00 Uhr in Begleitung von zwei Polizisten auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld. Der Verdächtige kommt nun in Untersuchungshaft und soll angeklagt werden.

Ungarische Gerichte wiesen Beschwerde ab

Die Auslieferung hatte sich hingezogen. Mario R. hatte Beschwerde dagegen eingelegt, die ungarische Gerichte aber jetzt verwarfen. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte einen Europäischen Haftbefehl erwirkt. Mario R. war nach jahrelangen Ermittlungen am 28. März in Budapest gefasst worden.

Vorwurf des Waffenhandels über Internetplattform «Migrantenschreck»

Ihm wird verbotener Waffenhandel über das Internet vorgeworfen. Die Polizei hatte Wohnsitze des Verdächtigen in Budapest und Barcs, einem kleinen Ort an der Grenze zu Kroatien, durchsucht und auch Computer beschlagnahmt. Der aus Thüringen stammende Verdächtige wurde schon vor Jahren der rechtsradikalen Szene zugeordnet. Über das Portal «Migrantenschreck» soll er Gaspistolen und Gewehre verkauft haben, mit denen gefährliche Hartgummigeschosse abgefeuert werden können.

Mutmaßlicher Seitenbetreiber seit 2016 nicht mehr Deutschland

Konkret wird R. zum Vorwurf gemacht, von Mai bis November 2016 über seinen illegalen Online-Versandhandel in 193 Fällen Schusswaffen an deutsche Käufer veräußert zu haben. Die Verkäufe sollen über eine von R. betriebene Firma und mehrere ungarische Konten abgewickelt worden sein. Nach Angaben von Ermittlern soll R. seit Anfang 2016 nicht mehr in Deutschland gewesen sein.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 29. Juni 2018 08:34 Uhr

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