Polizei: Keine Hinweise auf Anschlag bei Halbmarathon

Polizei: Keine Hinweise auf Anschlag bei Halbmarathon

Die Berliner Polizei hat keine konkreten Hinweise, dass der Halbmarathon in der Hauptstadt Ziel eines Anschlags gewesen sein könnte.

Berliner Halbmarathon

© dpa

Ein Polizeibeamter steht an der Laufstrecke. Foto: Paul Zinken

Das sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf am Sonntagabend der Deutschen Presse-Agentur. «Für die Läufer und Teilnehmer und das Personal bestand zu keiner Zeit eine Gefahr.» Die Polizei sei im Vorfeld des Halbmarathons «besonders aufmerksam gewesen». Die Durchsuchungen hätten sich auf Personen bezogen, «die wir dem islamistisch-terroristischen Bereich zurechnen». Die beschlagnahmten Beweismittel, darunter Handys und Computer, würden weiter ausgewertet.
«Aufgrund dieser Hinweise und der noch nicht vollständig geklärten Hintergründe des gestrigen Attentats in Münster entschlossen sich die Generalstaatsanwaltschaft Berlin und das Landeskriminalamt Berlin zu den Durchsuchungen der entsprechenden Wohnanschriften sowie zwei Fahrzeugen in Charlottenburg-Wilmersorf und Neukölln», hieß es in der Mitteilung. Wegen der noch andauernden Ermittlungen könnten derzeit keine weiteren Informationen mitgeteilt werden.
Von einem Terrorverdacht war in der Mitteilung zunächst nicht die Rede. Die «Welt» hatte zuvor von einem vereitelten Anschlag während des Halbmarathons berichtet. Spezialkräfte hätten vier Männer festgenommen, darunter einen Hauptverdächtigen. Er soll dem Blatt zufolge geplant haben, mit Messern Zuschauer und Teilnehmer der Sportveranstaltung zu töten. Der Mann soll zum privaten Umfeld des Terroristen Anis Amri gehört haben, der den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt Ende 2016 verübt hatte.
Nach der Amokfahrt von Münster war anfangs befürchtet worden, es könne sich um einen Terroranschlag handeln. Schon am Samstagabend hieß es aber, die Tat habe keinen terroristischen oder islamistischen Hintergrund. Bei dem Täter handelte es sich um einen Deutschen, nach dpa-Informationen womöglich um einen psychisch labilen Einzeltäter.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 8. April 2018 19:43 Uhr

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