Gehäufte Angriffe auf transsexuelle Prostituierte in Berlin

Gehäufte Angriffe auf transsexuelle Prostituierte in Berlin

Das Nachtleben in Berlin ist weitgehend tolerant. Trotzdem gibt es immer wieder Angriffe auf Schwule und Transsexuelle. Der Bezirk Mitte ist besorgt wegen aggressiver Männergruppen.

Berlin (dpa/bb) - Gezielte und häufige Angriffe auf transsexuelle Prostituierte sind laut dem Berliner Bezirk Mitte ein akutes Problem im Kurfürsten-Kiez. Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) kündigte Gespräche mit der Polizei an und rief die Anwohner zu Aufmerksamkeit und Zivilcourage auf.
Einem Bericht des Homosexuellen-Magazins «Siegessäule» zufolge sollen an den Wochenenden nachts Männergruppen mit Autos vorfahren und die transsexuellen Prostituierten beschimpfen, mit Gegenständen bewerfen und mit Messern bedrohen und angreifen. Die Vorfälle sollen sich besonders in der Frobenstraße ereignen. Sie kreuzt den Straßenstrich auf der Kurfürstenstraße.
Von Dassel erklärte, «Übergriffe gegen die Trans» seien dort leider kein neues Problem. «Wir sind erschrocken und entsetzt über das aktuelle Ausmaß der Gewalt. Es ist von trans- und homofeindlichen Übergriffen auszugehen, da die Opfer entsprechend beleidigt wurden.» Er forderte die Anwohner auf: «Rufen Sie bitte unverzüglich die Polizei, wenn Sie Angriffe beobachten. Gewalt ist nie, zu keiner Zeit und aus keinem Anlass zu dulden. Das muss verfolgt und bestraft werden.»
Die Polizei plant derzeit in dem Bereich keine gezielten größeren Einsätze wegen der beschriebenen Probleme, wie ein Sprecher sagte. Zwar achte man im Rahmen des üblichen Streifendienstes verstärkt auf die Gegend. Dabei gehe es aber vor allem um minderjährige Prostituierte, die dort zuletzt öfter angetroffen worden seien.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 27. März 2018 16:50 Uhr

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