Jarasch: Impfung kleinerer Kinder nicht entscheidender Hebel

Jarasch: Impfung kleinerer Kinder nicht entscheidender Hebel

Grünen-Fraktionsvorsitzende Bettina Jarasch hat vor zu großen Erwartungen mit Blick auf die Impfung kleinerer Kinder gewarnt. Auch kleineren Kindern sollten Impfangebote zügig ermöglicht werden, sagte Jarasch am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. «Klar ist aber auch: Die flächendeckende Impfung von kleineren Kindern wird nicht der Hebel sein, um die Pandemie zu überwinden», so die Grünen-Politikerin. «Unser Problem bleiben die ungeimpften Erwachsenen, hier müssen wir alle Energie reinstecken. Den Wendepunkt bei der Pandemie werden wir dadurch erreichen, dass wir hier die Impfquoten hochkriegen und schnell und ausreichend Impfungen bereitstellen.»

Bettina Jarasch

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Bettina Jarasch spricht bei der Vorstellung des Koalitionsvertrages.

Berlin will die geplanten Corona-Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren direkt in Schulen anbieten. Eingesetzt werden sollen dafür mobile Impfteams, wie Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Freitag ankündigte. Dies solle nach Möglichkeit noch vor Weihnachten erfolgen.
Berlins designierte Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey sagte dazu: «Ich glaube, dass Kinderimpfungen ein echter Wendepunkt sein können, was die Frage der höheren Impfquote betrifft.» Denn gerade in dieser Altersgruppe sei die Inzidenz sehr hoch in Berlin. Sie sprach sich dafür aus, parallel dazu die Zahl der Impfstellen für Erwachsene weiter auszubauen.
Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte vor kurzem den Biontech-Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige zugelassen - mit einer niedrigeren Dosierung als für Erwachsene. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Kinderimpfungen steht noch aus, ist aber in Aussicht gestellt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 3. Dezember 2021 17:14 Uhr

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