Müller fordert Courage gegen Antisemitismus

Müller fordert Courage gegen Antisemitismus

Vor dem Gedenken an die NS-Pogrome gegen Juden vom 9. November 1938 hat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller ein couragiertes Eintreten gegen Antisemitismus verlangt.

Bürgermeister Müller

© dpa

Michael Müller spricht während einer Pressekonferenz.

«Wir wollen, dass sich jüdisches Leben in Stadt und Land frei und sorglos entfalten kann, als Bestandteil unserer Gesellschaft und unserer Kultur», sagte der SPD-Politiker am Montag. «Doch der Alltag der jüdischen Gemeinschaft auch in unserer Stadt ist gekennzeichnet durch regelmäßige Vorfälle, Angriffe und Schmähungen.»
Am 9. November 1938 hatten Nationalsozialisten in Deutschland Synagogen und jüdische Geschäfte verwüstet sowie Juden angegriffen und verschleppt. Zum 83. Jahrestag der Pogrome sind für Dienstag (09. November 2021) mehrere Gedenkveranstaltungen geplant. Der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Dennis Buchner, erinnerte daran, dass der 9. November für «drei schicksalhafte Richtungswechsel im 20. Jahrhundert» stehe. Dazu zählte er neben der Pogromnacht 1938 die Ausrufung der Republik am 9. November 1918 und den Mauerfall am 9. November 1989.
Die Freude über die Entwicklung am Ende des 20. Jahrhunderts sei immer noch groß, betonte Buchner. «Und dennoch: Dass Deutsche einst jüdische Frauen, Männer und Kinder verfolgten, töteten und in Gaskammern zwangen, ist eine historische Schuld, die niemals vergehen wird. Deshalb muss uns alle aufrütteln, dass antisemitische und rassistische Gewalttaten bis heute in Deutschland vorkommen.» Darauf müsse die Gesellschaft mit harten Sanktionen reagieren.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 8. November 2021 14:02 Uhr

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