Hausärzteverband: Praxen haben Kapazität für mehr Impfungen

Hausärzteverband: Praxen haben Kapazität für mehr Impfungen

Nach Einschätzung des Hausärzteverbands Berlin und Brandenburg wären in den Arztpraxen problemlos deutlich mehr Corona-Impfungen möglich. «Es gibt etwa 2000 Praxen in Berlin, die im Moment impfen, das kann gesteigert werden bis zu 3000 Praxen», sagte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Kreischer am Donnerstag im RBB-Inforadio. «Und eine Praxis schafft in der Woche durchschnittlich 100 Impfungen. Das heißt, wir können in Berlin 200.000 bis 300.000 Impfungen in der Woche machen.» Damit könnten rund eine Million Menschen im Monat geimpft werden. «Das ist ziemlich viel, wenn die Praxen loslegen.» Derzeit werden die Kapazitäten nur zum Teil genutzt, unter anderem weil die Hausärzte bei den Auffrischungsimpfungen noch zurückhaltend sind.

Impfung

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Eine Arzthelferin impft eine Patentin mit einer Spritze.

«Wir halten uns an die Vorgaben der Ständigen Impfkommission. Danach müssen wir zunächst nur 70-Jährige und Ältere impfen und Patienten mit Immunschwäche sowie Pflegepersonal. Die anderen kommen später dran», sagte Kreischer. «Es ist so, wir müssen uns, um uns juristisch abzusichern, an die Vorgaben der Ständigen Impfkommission halten, und die sind leider so, wie ich es eben gesagt habe.»
Grundsätzlich sei aber auch er der Ansicht, dass die Auffrischungsimpfungen ausgeweitet werden sollten. «Die Stiko muss uns grünes Licht geben. Wir müssen genügend Impfstoff haben. Und wir müssen finanziell besser ausgestattet werden, dann kriegen wir das hin», so der Verbandsvorsitzende. «Im Moment ist genügen Impfstoff da, die Nachfrage hält sich in Grenzen. Wenn die Nachfrage steigt, weiß ich nicht, ob es reicht. Insofern ist das auch eine Forderung von uns.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 4. November 2021 08:46 Uhr

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