Umfrage: Mehrheit für Aufnahme verfolgter Afghanen

Umfrage: Mehrheit für Aufnahme verfolgter Afghanen

Fast zwei Drittel der Bundesbürger sind nach einer Online-Umfrage dafür, bedrohten Menschen aus Afghanistan Schutz in Deutschland zu gewähren. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sprachen sich 63 Prozent der rund 1000 Befragten dafür aus, dass die Bundesregierung Verfolgten helfen sollte. Gefragt wurde hier zum Beispiel nach Frauen und politisch Verfolgten. 37 Prozent der Interviewten votierten dabei mit «Ja», 26 Prozent mit «Eher ja».

27 Prozent waren gegen die Aufnahme von Menschen aus Afghanistan. 14 Prozent antworteten auf diese Frage mit «Nein», 13 Prozent mit «Eher Nein». In Auftrag gegeben hat die Umfrage die Hilfsorganisation Seebrücke. Die Ergebnisse sind nach Angaben von YouGov repräsentativ für Bundesbürger ab 18 Jahren. Die Befragung lief am vergangenen Donnerstag und Freitag.
Danach lehnten 64 Prozent der Befragten Abschiebungen Verfolgter oder Gefährdeter nach Afghanistan ab. Diese wären rechtlich aber ohnehin nicht zulässig. Zuletzt wurden nach Regierungsangaben noch männliche Straftäter oder Terrorgefährder abgeschoben, inzwischen sind Abschiebungen dorthin ganz ausgesetzt.
84 Prozent glaubten, dass afghanischen Bürgern nach der Machtübernahme der Taliban aufgrund von politischen Ansichten, Geschlecht, sexueller Orientierung oder religiöser Zugehörigkeit Verfolgung droht.
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In mehreren deutschen Städten wird an diesem Wochenende für eine Luftbrücke aus Afghanistan demonstriert. Unter dem Motto «Holt die Menschen raus» protestierten am Samstag auf dem Frankfurter Paulsplatz nach Angaben der Polizei rund 500 Menschen für sichere Fluchtwege und eine direkte Aufnahme von Menschen durch Deutschland. Für Sonntagmittag wurde auch zu einer Demonstration am Kanzleramt aufgerufen.
Nach der Machtübernahme durch die militant-islamistischen Taliban hat sich die Lage in Afghanistan dramatisch zugespitzt. Am Flughafen der Hauptstadt Kabul drängen sich immer noch Tausende Menschen in der Hoffnung, sich mit Flügen in Sicherheit zu bringen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 22. August 2021 12:57 Uhr

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