Gesetz zur Filmförderung überarbeitet

Gesetz zur Filmförderung überarbeitet

Der Bundestag hat ein überarbeitetes Filmförderungsgesetz beschlossen. In Zukunft sollen Filmemacher zum Beispiel stärker auf die Umwelt achten, wenn sie finanzielle Unterstützung von der Filmförderungsanstalt (FFA) bekommen wollen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde am Donnerstag in Berlin mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD beschlossen.

Die Filmförderung sollte eigentlich in größerem Umfang reformiert werden, wegen der Pandemie wurde das aber verschoben. Noch ist unklar, wie gut Kinos und Produzenten durch die Krise kommen. Auch Streamingdienste wie Amazon und Netflix verändern die Welt.
In Deutschland können Filmunternehmen für ihre Projekte finanzielle Unterstützung beantragen. Dazu gibt es millionenschwere Töpfe in den Bundesländern und beim Bund. Die Filmförderung wird teils von der Branche und teils aus Steuergeld finanziert.
Die Filmförderungsanstalt (FFA) etwa erhebt die sogenannte Filmabgabe von Kinos, Videowirtschaft und Fernsehbranche. Dieses Geld wird genutzt, um zum Beispiel die Produktion neuer Filme anzukurbeln. Das soll mit der Gesetzesnovelle, die nun beschlossen wurde, fortgesetzt werden. Das Gesetz soll am 1. Januar 2022 in Kraft treten und zwei Jahre gelten, kürzer als üblich.
Bekommt ein Filmprojekt Geld von der Filmförderungsanstalt, gelten aber Voraussetzungen. So sollen Filmteams in Zukunft eine CO2-Bilanz vorlegen müssen. Fördergelder sollen von der FFA nur gewährt werden, wenn bei der Herstellung des Films «wirksame Maßnahmen zur Förderung der ökologischen Nachhaltigkeit getroffen werden», heißt es. Einzelheiten sollen noch festgelegt werden.
Zudem gelten für geförderte Filme auch Vorschriften, wie lange sie exklusiv im Kino laufen müssen. Das kennen viele: Bis ein neuer Film auf DVD erscheint oder im Bezahlfernsehen läuft, dauert es eine Weile. Von diesen Regeln sind auch jetzt schon Ausnahmen möglich. Diese Sperrfristen könnten in Zukunft nun flexibler werden, wenn sich die Branche darauf verständigt.
Der Verband AG Kino - Gilde forderte, bald über die nächste Novelle nachzudenken. Einen großen Wurf habe man jetzt noch nicht machen können, weil die Folgen der Corona-Krise noch nicht absehbar seien. «Wir sind immer noch in der Pandemie», sagte Vorstandsvorsitzender Christian Bräuer. Aber jetzt müsse die Debatte über die Zukunft beginnen.
Zum einen müsse man schauen, wie sich der Markt und das Studiosystem veränderten. Zum anderen müsse man überlegen, wie Filme besser werden könnten. «Wir haben immer mehr Filme, auf die wartet niemand», sagte Bräuer. Zudem brauche es eine Diversitätsdebatte. In der Branche fehlten Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund. «Das hat Hollywood schon vor der Pandemie erkannt.»
Auch die Produzentenallianz begrüßte die Gesetzesnovelle. Die Verpflichtung zu einer geschlechtergerechten Besetzung der FFA-Gremien sei eine wichtige Anpassung. Auch den Vorschlag, dass weitere Verkürzungen der Sperrfristen von Kinofilmen möglich sein sollten, unterstütze die Produzentenallianz. Die Übergangszeit bis zur großen Novelle müsse nun von allen Beteiligten genutzt werden.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) teilte mit, die Filmförderung könne nun in Krisenzeiten verlässlich fortgesetzt werden. Zugleich würden wichtige Ziele wie Klimaschutz und Gleichstellung stärker in die Filmförderung einfließen. «Da der Übergangszeitraum von zwei Jahren kurz ist, beginnen wir schon bald mit den ersten Vorbereitungen für die nächste reguläre FFG-Novelle 2024.» Die wird dann von einem Bundestag in anderer Zusammensetzung beschlossen werden - im Herbst sind Wahlen.
Über die Filmförderung wird in Deutschland immer wieder gestritten. Auch im Bundestag hatte es sehr unterschiedliche Meinungen gegeben. Angesichts der Pandemie waren die Kinobesuchszahlen im vergangenen Jahr dramatisch eingebrochen. Weil der Start vieler internationaler Filme verschoben worden war, wurden allerdings anteilig mehr Karten für deutsche Filme verkauft. Angesichts der Infektions- und Impfzahlen hofft die Kinobranche nun auf einen Neustart.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 20. Mai 2021 15:06 Uhr

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