Verwaltungsgericht: GEW sieht Schulentscheidung skeptisch

Verwaltungsgericht: GEW sieht Schulentscheidung skeptisch

Nachdem das Berliner Verwaltungsgericht den Ausschluss einzelner Klassenstufen vom Wechselunterricht für rechtswidrig erklärte, befürchtet die Berliner Bildungsgewerkschaft GEW ein steigendes Infektionsrisiko an Schulen.

Tom Erdmann

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Tom Erdmann, GEW-Vorsitzender des Landes Berlin.

«Ich finde diese Entscheidung sehr beunruhigend, weil die Inzidenz auch unter Jugendlichen steigt und die Pädagoginnen wenig geschützt sind», sagte der Berliner GEW-Vorsitzende Tom Erdmann am Donnerstag (11. März 2021) der Deutschen Presse-Agentur. Er sei skeptisch bei der Perspektive, dass die 7. bis 9. Klassen zurückkommen könnten. «Momentan ist es noch so ruhig an den Schulen, weil noch so wenige Schülerinnen und Schüler da sind.»
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Erdmann fordert unbürokratische Impfangebote

Die Bildungsverwaltung müsse die Entscheidung des Gerichts umsetzen, sagte Erdmann. «Und jetzt müssen Lehrkräfte und die Erzieherinnen und Erzieher in den Schulen bestmöglich geschützt werden, zum Beispiel durch unbürokratische Impfangebote.» Bei der Vergabe der Impftermine seien bisher noch 1000 Schleifen zu drehen. Das Verwaltungsgericht hatte am Mittwoch mehreren Eilanträgen von Schülern teilweise stattgegeben. Sie hatten erreichen wollen, dass die Klassen wieder voll besetzt werden. Sechs von sieben wollten auch durchsetzen, dass ein Mund-Nasen-Schutz nicht mehr Pflicht ist. In diesen Punkten stimmte das Gericht nicht zu.

Wechselunterricht für Mittelstufe muss ermöglicht werden

Soweit einzelne Jahrgangsstufen jenseits der Primarstufe und der Abschlussklassen aber von der Präsenzbeschulung im Wechselmodell vollständig ausgeschlossen seien, erweise sich dies «als gleichheits- und deshalb rechtswidrig», argumentierte das Verwaltungsgericht. Mit der Gerichtsentscheidung muss auch für die mittleren Stufen von der 7. bis 9. Klasse die Möglichkeit bestehen, mit Einzelfallentscheidungen den Wechselunterricht zu ermöglichen. Die Entscheidung gilt vorerst nur für die Schüler, die sich an das Gericht gewandt hatten. Gegen die Beschlüsse kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 11. März 2021 14:47 Uhr

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