Als NS-Raubkunst identifizierter Gurlitt-Fund restituiert

Als NS-Raubkunst identifizierter Gurlitt-Fund restituiert

Mit einer Zeichnung von Carl Spitzweg ist das letzte der bislang als NS-Raubkunst identifizierten Werke aus dem spektakulären Kunstfund Gurlitt restituiert worden. Bisher wurden nach Angaben vom Mittwoch 14 Arbeiten zurückgegeben, die im Zusammenhang mit dem Münchner Fund von 2012 eindeutig als Werke identifiziert wurden, die wegen Verfolgung durch die Nazis ihren ursprünglichen Eigentümern entzogen wurden.

«Es ist ein wichtiges Zeichen, dass wir mit der Spitzweg-Zeichnung nun sämtliche bislang als Raubkunst identifizierten Bilder aus dem Kunstfund Gurlitt an die Nachkommen der Opfer zurückgegeben haben», sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Hinter jedem dieser Bilder stehe ein tragisches Schicksal. «Wir können dieses schwere Leid nicht wiedergutmachen. Aber durch die Aufarbeitung des NS-Kunstraubs versuchen wir, ein Stück weit zu historischer Gerechtigkeit beizutragen und unserer moralischen Verantwortung gerecht zu werden.»
Die Zeichnung «Das Klavierspiel» von Carl Spitzweg (1808-1885) wurde auf Wunsch der Erben des ehemaligen Eigentümers Henri Hinrichsen am Dienstag an ein Auktionshaus übergeben. Die Nazis hatten die Zeichnung 1939 bei dem jüdischen Musikverleger beschlagnahmt, der 1942 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde. Der Sammler und NS-Kunstberater Hildebrand Gurlitt erwarb die Arbeit 1940.
Der Sammler war der Vater von Cornelius Gurlitt, in dessen Schwabinger Wohnung gut 1200 der mehr als 1500 Arbeiten umfassenden Sammlung entdeckt wurden.
Der 2014 gestorbene Sohn vermachte die Sammlung dem Kunstmuseum Bern. Bund, Bayern und Museum vereinbarten im selben Jahr, die Herkunft der mehr als 1500 Werke erforschen zu lassen und NS-Raubkunst an die Opfer oder deren Nachkommen zu restituieren.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 13. Januar 2021 14:31 Uhr

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