Krankenhäuser hoffen auf ruhigere Silvesternacht

Krankenhäuser hoffen auf ruhigere Silvesternacht

Weniger Knaller und Alkoholausschank und auch keine große Party am Brandenburger Tor: Angesichts der coronabedingten Beschränkungen zu Silvester hoffen Krankenhäuser in Berlin auf einen ruhigeren Jahreswechsel als üblich.

Silvesternacht

© dpa

Böller und Raketen steigen auf der Straße an der Oberbaumbrücke in die Luft.

«Wir sind auf alles eingestellt», erklärte ein Charité-Sprecher. «Aber natürlich hoffen wir, dass die Silvesternacht möglichst ruhig verläuft, es zu keinen schweren Verletzungen kommt. Auch, damit sich das medizinische Personal auf die Behandlung der Patientinnen und Patienten auf den Covid-19-Stationen konzentrieren kann.» Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte arbeiteten ohnehin seit Monaten an der absoluten Belastungsgrenze.

«Wir stellen uns auf wie zu früheren Jahreswechseln»

Das Unfallkrankenhaus Berlin in Marzahn (UKB) plant Silvester zunächst einmal wie in Vorjahren: «Wir stellen uns auf wie zu früheren Jahreswechseln», sagte UKB-Sprecherin Angela Kijewski. Das bedeute verstärkte Teams, etwa in Rettungsstellen und Bereichen wie Handchirurgie. Wegen des Verkaufsverbots könnte das Aufkommen an Verletzten zwar möglicherweise etwas geringer ausfallen, sagte Kijewski. Denkbar sei aber auch, dass manche Menschen sich an selbstgebautem Feuerwerk noch schwerere Verletzungen zuziehen.

FFP2-Masken in den Rettungsstellen

Zum Schutz vor möglichen Corona-Infektionen bei ambulanten Behandlungen trage das Personal in den Rettungsstellen FFP2-Masken, erläuterte Kijewski. Wer stationär aufgenommen wird, soll per Labortest auf das Virus untersucht werden. Allein das UKB registrierte in den vergangenen Jahren jeweils mehrere Dutzend Verletzungen mit Bezug zu Silvester. Rettungskräfte und Ärzte behandeln dann zum Beispiel schwerste Verbrennungen. Auch abgetrennte Finger oder Hände durch Explosionen kommen vor. Teils sind Kinder betroffen.
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«Aufgrund der Pandemie und der parallelen Behandlung von Notfall- und Covid-Patientinnen und Patienten in der Rettungsstelle haben wir das Personal bereits aufgestockt und werden an Silvester keine zusätzlichen Mitarbeitenden einsetzen können», erklärte der Leiter der Rettungsstelle im Vivantes-Klinikum in Friedrichshain, Philipp Kellner. Er hoffe aber, dass es kein erhöhtes Patientenaufkommen geben werde - «nicht zuletzt weil kein Alkohol ausgegeben wird und es die Verkaufsverbote für Böller gibt».

56 Böller-Verbotszonen in Berlin

Neben dem Verkaufsverbot von Feuerwerk bleibt in Berlin auch das Zünden von Böllern vielerorts verboten. Der Senat veröffentlichte eine Liste mit 56 Orten, an denen das gilt: Darunter sind etwa Areale wie Brandenburger Tor/Tiergarten, Frankfurter Tor, Hermannplatz, Kottbusser Tor, Leopoldplatz, Breitscheidplatz, Märkisches Viertel, Mauerpark, Simon-Dach- und Wrangelkiez sowie Potsdamer Platz.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 30. Dezember 2020 08:17 Uhr

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