Ein Viertel weniger Insolvenzverfahren eröffnet

Ein Viertel weniger Insolvenzverfahren eröffnet

In Berlin sind wie auch bundesweit bis zum Herbst deutlich weniger Insolvenzverfahren eröffnet worden. Die Zahl für den Zeitraum Januar bis September sank verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 26 Prozent auf 2659, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen spiegele sich in den Zahlen noch nicht wider.

«Ein Grund dafür ist, dass die Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige Unternehmen vom 1. März bis zum 30. September 2020 ausgesetzt wurde», hieß es zur Erklärung. Damit hatte der Bund auf den Konjunktureinbruch in der Corona-Krise reagiert. Auch im Oktober lagen die Zahlen nach Angaben des Amtsgerichts Charlottenburg unter dem Vorjahreswert.
Für pandemiebedingt überschuldete Firmen bleibt die Pflicht zum Stellen einen Insolvenzantrags mindestens bis Ende Januar ausgesetzt - vor allem weil sich die Auszahlung der staatlichen Corona-Hilfen verzögert hat. Normalerweise muss ein Insolvenzantrag spätestens drei Wochen nach Eintritt eines Insolvenzgrunds wie Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit gestellt werden. Für Unternehmen, die wegen der Corona-Pandemie überschuldet, aber nicht zahlungsunfähig sind, war diese Pflicht im Frühjahr jedoch ausgesetzt worden - zunächst bis September, dann bis Ende Dezember. Jetzt gilt diese Ausnahmeregelung noch mindestens für den Januar 2021.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 18. Dezember 2020 19:07 Uhr

Weitere Meldungen