Senatorin Kalayci sieht rechtliche Hürden bei Schnelltests

Senatorin Kalayci sieht rechtliche Hürden bei Schnelltests

Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci sieht beim Einsatz von Schnelltests in der Corona-Pandemie noch Hürden.

Dilek Kalayci spricht

© dpa

Dilek Kalayci, Berliner Senatorin für Gesundheit, spricht.

Für dieses Jahr seien für Berlin sechs Millionen dieser Tests besorgt worden, sagte Kalayci am Montag (30. November 2020) dem ZDF-«Morgenmagazin». Diese seien auch für den Bildungsbereich vorgesehen, also auch für das Lehrpersonal. Derzeit dürfe rechtlich aber nur Fachpersonal testen, erklärte die SPD-Politikerin. Sie sieht hier Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Zuge. Die Rahmenbedingungen müssten geändert werden, so dass man sich selbst testen könne. «Das ist aber leider rechtlich noch nicht der Fall.»

Kalayci hofft auf Vernunft der Bürger und Bürgerinnen

In Berlin habe sich die Lage etwas entspannt, aber die Zahl der Neuinfektionen müsse dort und bundesweit noch deutlich sinken, betonte Kalayci. Es gebe absolut keine Entwarnung. Die Kontrollen der Corona-Maßnahmen seien sehr verstärkt worden, sagte die Senatorin und nannte etwa die Einhaltung der Maskenpflicht. Mit Blick auf die nun auf fünf Menschen beschränkten Kontakte im privaten Bereich bemerkte sie, man müsse sich «ein Stück weit darauf verlassen», dass Bürger und Bürgerinnen dies auch ernst nehmen und mitwirken. «Wenn wir die Ausbreitung nicht in den Griff kriegen, dann wird der Winter sehr hart.»

Noch 210 freie Intensivbetten in Berliner Krankenhäusern

In Berlin ist mittlerweile etwa jedes vierte Intensivbett mit einem Covid-19-Patienten belegt. Die Steuerung der Patienten funktioniere gut, auch wenn es in einzelnen Krankenhäusern temporär zu Engpässen kommen könnte, berichtete die SPD-Politikerin. Es seien noch 210 Intensivbetten frei. Zudem könnten die Kliniken innerhalb von 24 Stunden 270 weitere Betten aktivieren. Für den «ganz, ganz schlimmen Ernstfall» hätten die Krankenhäuser weitere Kapazitäten. Zudem habe Berlin noch ein Reservekrankenhaus.
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Die Berliner Corona-Ampel war am Wochenende zum ersten Mal seit der Einführung im Mai auch beim Kriterium Intensivbetten-Belegung auf Rot gesprungen. Der am Sonntag nachgemeldete Samstag-Wert von 25,3 Prozent Covid-19-Patienten auf Intensivstationen lag über der festgelegten Marke von 25 Prozent. Am Abend markierte der Corona-Lagebericht der Gesundheitsverwaltung für Sonntag dann 24,2 Prozent und die Ampel wechselte wieder auf Gelb.

Mittlerweile 553 Todesfälle

Bei den Fallzahlen der vergangenen sieben Tage pro 100 000 Einwohner zeigt das Ampelsystem schon länger Rot an. Dieser Inzidenzwert lag nun bei 202,0. Berlin hat inzwischen 64 220 bekannte Infektionsfälle, womit stieg die Zahl gegenüber dem Vortag um 332 stieg. Bei den Todesfällen kamen drei hinzu, es sind nun 553. Für den Fall zweier roter Ampeln hatte der Senat vereinbart, dass dies Handlungsbedarf bedeutet.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 30. November 2020 12:22 Uhr

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