Linke-Vorsitzende Schubert kritisiert Corona-Krise-Vorgehen

Linke-Vorsitzende Schubert kritisiert Corona-Krise-Vorgehen

Die Vorsitzende der Linkspartei in Berlin, Katina Schubert, hält die wegen der start steigenden Coronainfektionszahlen geplanten bundesweiten Kontaktbeschränkungen und Einschnitte im öffentlichen Leben für problematisch.

Katina Schubert

© dpa

Katina Schubert, die Berliner Landesvorsitzende der Linken.

Der Tageszeitung «taz» (29. Oktober 2020) sagte sie: «Für mich ist völlig offen, ob eine Kontaktbeschränkung, wie sie jetzt geplant wird, die Infektionszahlen senken kann.» Am Mittwochnachmittag berieten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder in einer Videokonferenz über weitere massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens - ab 2. November bis zum Monatsende. Unter anderem soll der gemeinsame Aufenthalt in der Öffentlichkeit nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet werden. Gastronomiebetriebe, Theater, Opern, Konzerthäuser und Sportstätten sollen geschlossen bleiben und touristische Übernachtungen verboten werden.

Schubert: «Wir müssen nicht alles mitmachen.»

Schubert plädierte dafür, dass Länder auch eigene Wege gehen könnten. «Berlin muss schauen, was für Berlin wichtig ist, genauso wie etwa Thüringen sich das auch herausnimmt. Wir müssen nicht alles mitmachen», sagte Schubert der Zeitung.
Zu der beabsichtigten Schließung von Restaurants, Bars und Kneipen sagte die Linkspartei-Vorsitzende: «Es ist falsch, deren Öffnungszeiten und Angebote völlig runterzufahren.» Viele Betreiber hätten massiv investiert in Lüftungssysteme, hätten Pläne entwickelt, wie ausreichend Abstand gewahrt werden könne. «Wenn wir die jetzt schließen, gehen sie pleite. Wir müssen sehr klug agieren, sonst kommt auf uns eine massive Insolvenzwelle zu, die in Berlin, wo der Dienstleistungsbereich für 85 Prozent der Arbeitsplätze sorgt, zu erheblichen sozialen Verwerfungen führen wird.» Schubert riet dazu, mit pauschalen Maßnahmen sehr vorsichtig zu sein. In Berlin regiert die Linke mit.

Sören Benn (Linke) forderte bundesweiten Lockdown

Der Bezirksbürgermeister von Pankow, Sören Benn von der Linken, hatte vor Tagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie einen zeitlich begrenzten bundesweiten Lockdown gefordert.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 29. Oktober 2020 07:28 Uhr

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