Sperrstunde gekippt: Gesundheitsstadtrat sorgt sich

Sperrstunde gekippt: Gesundheitsstadtrat sorgt sich

Der Gesundheitsstadtrat des Corona-Hotspots Berlin-Neukölln hat die Entscheidung des Verwaltungsgerichts zur Sperrstunde scharf kritisiert. «Ich befürchte Schlimmes - nämlich, dass ein Nachholeffekt eintritt», sagte der CDU-Politiker Falko Liecke der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Die Menschen könnten angesichts der Entscheidung zu der Ansicht kommen, die Lage sei ja gar nicht so schlimm - und deshalb wieder «voll auf den Putz hauen».

Der Gesundheitsstadtrat Gesundheitsstadtrat Falko Lieck (CDU)

© dpa

Der Neuköllner Gesundheitsstadtrat Gesundheitsstadtrat Falko Lieck (CDU) gibt ein Statement.

Die schwierige wirtschaftliche Situation der Gastronomen sei ihm bewusst, sagte Liecke. Er glaube allerdings, dass sie sich mit dem Einschlagen des Gerichtswegs selbst «ins Knie schießen»: Mit dem Urteil zur Sperrstunde sei der Senat womöglich gezwungen, schärfere, pauschalere Maßnahmen zur Virus-Eindämmung zu beschließen. Neukölln ist derzeit der Hotspot mit den meisten Neuinfektionen bundesweit.
Das Verwaltungsgericht erklärte am Freitag, die Sperrstunde halte einer rechtlichen Überprüfung nicht stand. Elf Gastronomen hatten sich dagegen gewandt und bekamen Recht. Die Sperrstunde war erst vor einer Woche in Kraft getreten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 16. Oktober 2020 16:31 Uhr

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