Herlinde Koelbl zeigt «Faszination Wissenschaft»

Herlinde Koelbl zeigt «Faszination Wissenschaft»

Die international renommierte Fotografin Herlinde Koelbl hat sich mit der «Faszination Wissenschaft» auseinandergesetzt. Dazu porträtierte die 80-Jährige in den vergangenen fünf Jahren 60 weltweit bedeutende Naturwissenschaftler und Nobelpreisträger. Die eindrucksvollen Porträts sind nun erstmals vom 5. Oktober bis zum 29. Januar in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften am Berliner Gendarmenmarkt zu sehen.

Herlinde Koelbl

© dpa

Die Fotografin und Dokumentarfilmerin Herlinde Koelbl steht in einem Flur in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Koelbl machte den Porträtierten nur eine Vorgabe: Sie sollten die Essenz ihrer Forschungsarbeiten auf einer Hand notieren, beschreiben, malen oder skizzieren und die entsprechend markierte Hand in die Porträts mit einbringen. So bekommen die Arbeiten gleichzeitig etwas Besonderes wie Verbindendes. Für die Betrachter sind es zudem erste Hinweise, wie die Porträtierten zu ihren Arbeiten stehen und damit umgehen.
So entstanden entspannt wirkende Porträts wie etwa von den US-amerikanischen Biochemikern Jennifer Dounda und Thomas Südhof oder der kenianischen Immunologin Faith Osie. Daneben sind strenger wirkende Arbeiten zu finden, etwa die Bilder von der französischen Virologin Françoise Barré-Sinoussi oder dem britischen Astronom Martin Rees.
«So werden die Wissenschaftler nahbar», sagte Koelbl am Freitag in Berlin über ihre Arbeiten. Sie wolle dazu beitragen, die Wissenschaftler in der Gesellschaft sichtbarer zu machen. «Wissenschaftler haben eine Verantwortung, in die Gesellschaft zu wirken.»
Die Porträtierten sind zu etwa zwei Dritteln Männer. «Wissenschaft ist noch eine männlich dominierte Welt», sagte Koelbl. Dies führe auch zu einem «harten Weg nach oben» für Frauen in den verschiedenen Forschungsbereichen. Als «Blick in die Zukunft» zeigt Koelbl Porträts von «vier Jungstars», darunter drei Wissenschaftlerinnen wie die britische Epidemiologin Tolullah Oni.
Bekannt ist Koelbl vor allem auch durch ihre Serie «Spuren der Macht», für die sie etwa Kanzlerin Angela Merkel sowie andere Politiker und Mächtige über Jahre hinweg immer wieder porträtiert. Wie bei dieser Arbeit führte sie auch mit den Wissenschaftlern Interviews, die nun als Videos in der Ausstellung zu sehen und im Katalog dokumentiert sind. Für den schnellen Blick auf die Forschung der Porträtierten sorgen in der Ausstellung QR-Codes, die per Smartphone direkt zu Informationen auf verlinkten Seiten im Internet führen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 2. Oktober 2020 15:33 Uhr

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