Demonstrationen: Mehrere Tausend Menschen auf den Straßen

Demonstrationen: Mehrere Tausend Menschen auf den Straßen

In der Hauptstadt haben am Wochenende mehrere Tausend Menschen für ihre Forderungen demonstriert. Die Polizei war mit Hunderten Beamten im Einsatz, um die Aufzüge zu verschiedenen Themenbereichen zu sichern. Der Autoverkehr war vorübergehend erheblich eingeschränkt.

Demonstration "Marsch für das Leben"

© dpa

Zahlreiche Menschen nehmen an der Demonstration «Marsch für das Leben» in Sichtweite des Brandenburger Tors teil.

Bei einer Gegendemonstration zum sogenannten «Marsch für das Leben» kam es am Samstag zu Rangeleien. 19 Demonstranten wurden festgenommen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Aus dem Zug der knapp 1 000 Gegendemonstranten wurde demnach immer wieder versucht, den parallel laufenden Aufzug von etwa 2 000 Abtreibungsgegnern am Brandenburger Tor zu stören. Die Gegendemonstranten wollten nach eigenen Angaben für das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und bunte Lebensentwürfe eintreten.
Nach einer Festnahme wegen des Verdachts auf den Diebstahl eines Holzkreuzes hätten etwa 100 Gegendemonstranten versucht, die Person aus dem Polizeigewahrsam zu befreien, hieß es. Die Beamten setzten Pfefferspray ein und nahmen Störer fest. Es wurden auch 15 Platzverweise erteilt. Es sei versucht worden, eine Absperrung zu durchbrechen. Fünf Frauen, die sich entblößt hatten, wurden überprüft.
Strafermittlungen wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, Tätlichen Angriffs, Landfriedensbruchs und versuchter Gefangenenbefreiung wurden eingeleitet. An dem Einsatz am Brandenburger Tor waren laut Polizei 950 Einsatzkräfte beteiligt.
Bei dem «Marsch für das Leben» hielten Abtreibungsgegner Luftballons und Holzkreuze in die Höhe. Auf einem der Schilder hieß es: «Keine Kinder - Keine Zukunft». Die Veranstalter sprachen von rund 3000 Teilnehmern, bei der Polizei angemeldet waren 5000.
Der Bundesverband Lebensrecht hatte zum Schutz menschlichen Lebens aufgerufen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, unterstützte laut Mitteilung des Verbandes «das ungebrochene Engagement zum Lebensschutz». Die Corona-Pandemie führe vor Augen, wie verwundbar und schutzbedürftig der Mensch sei.
Am Samstagabend verlief eine Demonstration linker Gruppen mit rund 850 Teilnehmern in Charlottenburg laut Polizei «weitestgehend störungsfrei». Die Teilnehmer, die eine Umverteilung des Vermögens in Deutschland von oben nach unten forderten, zogen vom Adenauerplatz über den Kurfürstendamm zum Wittenbergplatz. Polizisten nahmen drei Personen wegen Vermummung fest. Vereinzelt seien Feuerwerkskörper gezündet worden. Der Protest wurde von etwa 350 Polizistinnen und Polizisten begleitet.
Das Aktionsbündnis «Wer hat, der gibt - Die Reichen müssen für die Krise zahlen» hatte zum Protest aufgerufen. An einem Protest in Hamburg beteiligten sich laut dortiger Polizei etwa 1100 Menschen.
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Eine Vielzahl weiterer, kleinerer Demonstrationen sei störungsfrei verlaufen, sagte ein Sprecher.
Am Sonntagnachmittag wollte noch ein breites Menschenrechtsbündnis vor dem Hintergrund des verheerenden Brands im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos demonstrieren. Unter dem Motto «Es reicht! Wir haben Platz!» fordern die Organisationen Seebrücke, Europe Must Act und Pro Asyl die sofortige Evakuierung aller griechischen Lager.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 20. September 2020 14:11 Uhr

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