«Wir haben Platz!»: Demonstration für Flüchtlinge in Berlin

«Wir haben Platz!»: Demonstration für Flüchtlinge in Berlin

Nach dem verheerenden Brand im Flüchtlingslager Moria in Griechenland haben in Berlin am Mittwochabend (09. September 2020) laut Polizei rund 3000 Menschen für eine menschenwürdige Politik demonstriert. Die Kundgebung am Washington-Platz verlaufe bislang friedlich, sagte ein Polizeisprecher.

Ein Junge blickt auf das niedergebrannte Flüchtlingslager Moria

© dpa

Ein Junge blickt auf das niedergebrannte Flüchtlingslager Moria.

Die Internationale Liga für Menschenrechte hatte zu Kundgebungen in mehreren deutschen Städten unter dem Motto «Wir haben Platz!» aufgerufen. Gefordert wird die Evakuierung des Lagers. Mehrere Bundesländer, darunter Berlin, haben sich bereit erklärt, Geflüchtete aufzunehmen. Dies werde jedoch durch die Blockadehaltung der Bundesregierung verhindert, so die Liga. «Wir fordern die EU- Kommission und Bundesregierung auf, sofort zu handeln, die Menschen aus den Lagern zu holen und in der Europäischen Union aufzunehmen!», hieß es.

Größtes Flüchtlingslager Europas vollständig zerstört

Der rot-rot-grüne Senat in Berlin hatte seine Bereitschaft unterstrichen, 300 Betroffene im Rahmen eines Landesprogramms rasch aufzunehmen. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller, Innensenator Andreas Geisel (beide SPD) und Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) appellierten am Mittwoch an den Bund, dies nun umgehend zu ermöglichen. Bisher lehnt Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) Alleingänge der Länder bei der Aufnahme von Flüchtlingen ab. Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) erklärte, vor der humanitären Katastrophe dürfe niemand länger die Augen verschließen. Bei dem Großfeuer wurde das größte Flüchtlingslager Europas mit 12 600 Bewohnern in der Nacht zum Mittwoch vollständig zerstört.

Woidke: Brandenburg bereit zu Hilfe für Moria-Flüchtlinge

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat ebenfalls die Bereitschaft seines Landes zu Hilfe für Geflüchtete des fast komplett zerstörten Lagers Moria in Griechenland erklärt. «Auch Brandenburg ist bereit zu helfen», erklärte Woidke am 09. September 2020. «Aber wir brauchen auch eine langfristige und gerechte Strategie der EU, um Zustände, wie sie schon vor dem verheerenden Brand geherrscht haben, gar nicht erst entstehen zu lassen.» Er forderte eine rasche gemeinsame Lösung von Europa für obdachlos gewordene Menschen und für mögliche Verletzte.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 10. September 2020 08:16 Uhr

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