Signa-Deutschland-Chef verteidigt Projekt am Hermannplatz

Signa-Deutschland-Chef verteidigt Projekt am Hermannplatz

Signa-Deutschland-Chef Timo Herzberg hat das Bauprojekt des Immobilienkonzerns am Hermannplatz in Neukölln verteidigt. «Wir wollen dort vor allem einen lebendigen Ort schaffen. Dafür soll dort eine gemischt genutzte Immobilie mit identitätsstiftender Architektur entstehen», sagte Herzberg dem RBB-Inforadio am Mittwoch. Am Hermannplatz soll ein Neubau am Ort des Karstadt-Gebäudes an die Tradition des größten Warenhauses Europas anknüpfen, das vor dem Zweiten Weltkrieg dort stand. Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof gehört zur österreichischen Signa-Holding.

SIGNA-Deutschland-Chef, Timo Herzberg

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Signa-Deutschland-Chef, Timo Herzberg.

Das Bauprojekt soll auch Flächen für Büros, Wohnungen, Sport und lokale Institutionen bieten. Allerdings gibt es Widerstand von Anwohnern und Lokalpolitikern, die nach der Aufwertung der Lage eine Verdrängung der Bewohner befürchten. «Die Anliegen der Menschen vor Ort nehmen wir sehr ernst und auch die Anliegen der Kritiker», sagte Herzberg. «Wir wollen ein Projekt, das allen Beteiligten einen Mehrwert bietet.» So gebe es bereits Vereinbarungen mit einem Träger für eine Kita in dem Bauvorhaben und mit dem kommunalen Wohnungsbauunternehmen Degewo über die Planung und Realisierung von bezahlbaren Mietwohnungen.
Herzberg räumte ein, dass es in Berlin in vielen Lagen deutliche Mietsteigerungen gegeben habe. «Das können wir nicht alles aufhalten», sagte er. «Aber wir versuchen mit unseren Projekten, möglichst dämpfend und integrativ in diese Bezirkslagen zu wirken und viele Beiträge zu leisten, auch die Interessen der Anwohner zu berücksichtigen.» Signa verfolge eine langfristige Strategie. Die Quartier- und Immobilienentwicklungen müssten in 30, 50, 70 Jahren immer noch funktionieren.
Das Bauprojekt am Hermannplatz ist am Mittwoch auch Thema einer Anhörung im Stadtentwicklungsausschuss, zu der Timo Herzberg eingeladen ist. Der Berliner Senat hat Anfang August eine Vereinbarung mit Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) zum Erhalt mehrerer Warenhäuser getroffen. In einer Absichtserklärung («Letter of intent») sicherte er zu, große Bauvorhaben des Unternehmens mit seinem Mutterkonzern Signa in der Stadt zu unterstützen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 2. September 2020 12:01 Uhr

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