Kühnert warnt vor Aufmerksamkeit für Rechtsextreme

Kühnert warnt vor Aufmerksamkeit für Rechtsextreme

Nach der Erstürmung der Reichstagstreppe durch Demonstranten warnt Juso-Chef Kevin Kühnert vor zu viel Aufmerksamkeit für rechtsextreme Demonstranten.

Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos

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Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos und stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender.

«Wir sollten nicht den gleichen Fehler machen, den wir in der Vergangenheit schon bei Pegida und anderen gemacht haben, dass man sich immer nur denen zuwendet, die am lautesten schreien», sagte der Politiker am 31. August 2020 in der Sendung «Frühstart» von RTL/ntv. «Mit Nazis spielt man nicht.» Er forderte stattdessen, dass Sicherheitsbehörden sich noch stärker mit dem Problem des Rechtsextremismus beschäftigten.
Kühnert, der auch stellvertretender SPD-Vorsitzender ist, sieht ein Verbot der Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen kritisch: «Gerade wenn Menschen auf die Straße gehen, die den Eindruck vermitteln wollen, wir wären hier auf dem Weg halb in eine Diktatur oder Ähnliches hinein, gilt natürlich besondere Vorsicht, ihnen nicht die Stichworte dafür am Ende noch zu bieten.»
Am Samstag hatten sich mehrere Zehntausend Menschen in der Hauptstadt versammelt, um gegen staatliche Corona-Auflagen zu protestieren. Am Rande gab es Angriffe von sogenannten Reichsbürgern und Rechtsextremisten auf Polizisten. Eine größere Menge, darunter abermals Anhänger solcher radikaler Gruppen, war über Polizeiabsperrungen hinweg auf die Freitreppe des Reichstagsgebäudes vorgedrungen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 31. August 2020 15:29 Uhr

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