Aufnahme von Flüchtlingen: Seehofer fürchtet «Pull-Effekt»

Aufnahme von Flüchtlingen: Seehofer fürchtet «Pull-Effekt»

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ist im Konflikt um die Aufnahme zusätzlicher Flüchtlinge von den griechischen Inseln zu einem Gespräch mit den zuständigen SPD-Länderkollegen bereit. In einem Interview der «Augsburger Allgemeinen» (Mittwoch) bekräftigte er aber seine Ablehnung von Landesaufnahmeprogrammen.

Horst Seehofer spricht bei einem CSU-Kongress

© dpa

Horst Seehofer spricht bei einem CSU-Kongress.

Sonderkontingente bei der Flüchtlingsaufnahme dürften nicht zu Größenordnungen führen, die von den Menschen nicht mehr akzeptiert würden. «Den Pull-Effekt, der daraus entstehen kann, dürfen wir nicht unterschätzen», sagt Seehofer. «Außerdem bin ich entschieden dafür, dass wir europäisch abgestimmt handeln.»
Insbesondere Berlin und Thüringen wollen Migranten aus den überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln mit eigenen Landesaufnahmeprogrammen nach Deutschland holen.
«Es gibt in Deutschland seit vielen Jahrzehnten die gesetzlich manifestierte Grundregel, dass die Bundesregierung über die Flüchtlingsaufnahme entscheidet. Dieses Prinzip kennen wir auch aus den meisten Ländern der Welt», bekräftigte Seehofer. «An dieser Grundregel werde ich nichts ändern.»
Einem Gespräch mit den Länderkollegen will er sich aber nicht verschließen. «Wenn jemand einen Gesprächswunsch äußert, schlage ich diesen nicht aus. Ich werde den SPD-Innenministern aber dann auch die Frage stellen: Wollen Sie mehr Zuwanderung?»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 26. August 2020 09:11 Uhr

Weitere Meldungen