Corona-Fälle an 37 Schulen: Amtsarzt unbesorgt

Corona-Fälle an 37 Schulen: Amtsarzt unbesorgt

Die Zahl der Corona-Fälle an den Berliner Schulen ist aus Sicht von Reinickendorfs Amtsarzt Patrick Larscheid kein Grund zur Sorge.

Coronavirus - Schulen

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Ein Plakat weist auf die Maskenpflicht in einer Schule hin.

Nach den Daten der Senatsverwaltung für Bildung sind an 37 Schulen Schüler oder Lehrkräfte in Quarantäne. Zuerst hatte die «Berliner Zeitung» (21. August 2020) darüber berichtet. «Wenn Sie das verteilen auf die Bezirke, sind das keine besonders dramatischen Zahlen», sagte Larscheid.
In Reinickendorf habe es in der ersten Woche nach den Ferien an einem Tag an sieben Schulen Corona-Fälle gegeben. «Die Kinder gehen natürlich nach Hause, aber damit ist der Fall erledigt», sagte der Amtsarzt. «Ich mache mir keine Sorgen. Die Schulen sind kein unsicherer Ort für Kinder.» Bislang habe es an Berliner Schulen noch keinen nachgewiesenen Infektionsfall gegeben - alle Lehrer oder Schüler hätten sich anderswo angesteckt. Die Infizierten an den 37 Schulen seien außerdem Einzelfälle.
Ihm sei auch nicht bekannt, dass es bei Nachverfolgung von Kontaktpersonen von Schülern und Lehrern, die positiv auf Covid-19 getestet wurden, Probleme gebe, sagte Larscheid. Die betreffenden Personen zu recherchieren, ist Aufgabe der Gesundheitsämter. Larscheid geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Zahlen der Corona-Fälle an Schulen bereits nicht mehr ansteigen. «Das ist eher schon wieder Vergangenheit», sagte er.
Tom Erdmann, Berliner Vorsitzender der Bildungsgewerkschaft GEW, sagte am Freitag, die Zahl von 37 Schulen sei nicht überraschend hoch, aber signifikant. «Wichtig ist, dass die Schulen so organisiert sind, dass die Infektion sich nicht ausbreitet. Dramatisch wird es, sobald es eine Infektion innerhalb der Schule gegeben hat. Das wäre ein Benchmark, wo man sehr genau hingucken muss.» Es müsse alles dafür getan werden, dass es nicht zu kompletten Schulschließungen komme.
Seit Schuljahresbeginn gilt in den Berliner Schulen keine Abstandsregel mehr, die neue Maskenpflicht gilt nicht im Unterricht und nicht auf dem Schulhof, unterrichtet wird wieder in üblicher Klassengröße. Kritiker der von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) propagierten «Rückkehr zum Regelbetrieb» hatten vor einem erhöhten Infektionsrisiko an Schulen gewarnt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 21. August 2020 15:36 Uhr

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