Kitas kehren zum Normalbetrieb zurück

Kitas kehren zum Normalbetrieb zurück

Die Kindertagesstätten in Berlin kehren ab Montag (15. Juni 2020) in zwei Schritten zum Normalbetrieb zurück.

Kitaöffnung

© dpa

Trotz der Corona-Krise sollen bald alle Kinder wieder betreut werden können, wie Bildungs- und Familiensenatorin Sandra Scheeres angekündigt hat.

Voller Betreuungsanspruch ab 22 Juni

Zunächst ist eine einwöchige Übergangsphase vorgesehen, in der die Kitas schon wieder voller werden. Ab dem 22. Juni haben Eltern dann wieder einen vollen Betreuungsanspruch für ihre Kinder. Derzeit ist er für viele Eltern auf Halbtagsbetreuung begrenzt, was gerade für Berufstätige eine erhebliche Doppelbelastung bedeutet. Auch Früh- und Spätdienste soll es dann wieder geben. Auf Seiten der Eltern gibt es Skepsis, ob das alles klappt.

Begrenzung der Gruppengrößen aufgehoben

Seit Montag vergangener Woche sind schon die Vierjährigen zurück, nun folgen die jüngeren Kinder. Die zuvor wegen der Corona-Pandemie gültige Begrenzung der Gruppengrößen ist bereits aufgehoben worden. Die Kitas sollen aber auf stabile Gruppen achten, um das Risiko einer Infektion mit dem Virus zu verringern.

Rund 5000 Erzieher fallen aus

Erzieherinnen und Erzieher, die wegen ihrer Vorerkrankungen zur Risikogruppe gehören, fallen für die Betreuung der Kinder aus. Berlinweit betreffe das rund 5000 Erzieherinnen und Erzieher, sagte die Vorsitzende des Landeselternausschusses Kita (LEAK) in Berlin, Corinna Balkow, der Deutschen Presse-Agentur. «Wenn ich mit Trägervertretern spreche, ist das nach wie vor ein Problem. Wir hätten uns gewünscht, dass investiert wird, mehr Personal zu finden.»

LEAK-Vorsitzende skeptisch

Balkow ist deshalb skeptisch, ob die Rückkehr zum Normalbetrieb funktioniert: «Ich sehe nicht, dass es normal wird im Sinne von dem, was wir vor Corona kannten.» Es sei zwar damit zu rechnen, dass durch die Aufhebung der Gruppengrößen mehr Kinder zurückkommen könnten.
«Aber wir werden immer noch andere Bedingungen haben», sagte Balkow. Sie rechne für manche Kitas auch mit Konflikten bei der Frage, welche Kinder tatsächlich wie viele Stunden betreut werden könnten. Scheeres hat zugesagt, dass in Absprache mit der Kita-Aufsicht individuelle Lösungen gefunden werden sollen, wenn es Engpässe gebe.

Personalmangel auch vor Corona problematisch

Die Elternvertreterin kritisiert, es habe schon vor der Corona-Krise Personalmangel gegeben. Die Lücke sei oft durch Ehrenamtliche, Eltern oder Großeltern, die vorlesen, geschlossen worden sei. «Jetzt kommen zwei Lücken zueinander, der allgemeine Personalmangel und der zusätzliche.»

Elternvertreterin rechnet mit eingeschränkten Öffnungszeiten

Eine Möglichkeit sei, Menschen in der Erzieherausbildung, die sich etwas dazu verdienen wollen, in die Kitas zu holen oder Kräfte, die schon in der Kita waren, etwa Musik- oder Theaterpädagogen. «Aber diese Kräfte werden nicht die pädagogische Arbeit leisten, die werden nicht die Elterngespräche führen.» Und das werde Folgen haben: «Viele Kitas werden Öffnungszeiten einschränken, was Eltern besonders hart trifft, die auf die Randzeiten angewiesen sind.»
Corona-Studie
© Max-Planck-Gesellschaft

Große Berliner Corona-Studie

Wie erging es Ihnen vor, während und nach dem Lockdown? Ihre Erfahrungen sind wichtig - damit wir derartige Herausforderungen zukünftig besser bewältigen können. mehr

Kinderschuhe in einer Kita
© dpa

Kitas in Berlin

In jedem Berliner Bezirk gibt es zahlreiche Kindergärten, die Kinder bis zum Schuleintritt betreuen. mehr

Ausflug mit Kindern
© picture-alliance/ dpa

Berlin für Kinder

Berlins Freizeitangebote für Kinder: Veranstaltungen, Aktionen, Museen mit Kinderführungen und mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 15. Juni 2020 08:17 Uhr

Weitere Meldungen