Kundgebung vor Rotem Rathaus: Eltern wollen Hilfe in Krise

Kundgebung vor Rotem Rathaus: Eltern wollen Hilfe in Krise

Zum Tag der Kinderbetreuung haben vor dem Roten Rathaus Berliner Kita-Eltern für mehr Unterstützung von Familien demonstriert. Mit Plakaten wie «Corona-Kindergeld jetzt» und «Kinder haben ein Recht auf Bildung» versammelten sich zehn Familien im Regen vor dem Rathaus.

Kundgebung zum Tag der Kinderbetreuung

© dpa

Demonstranten bei der Kundgebung vor dem Roten Rathaus.

«Wir haben es mit Briefen und Stellungnahmen probiert, aber festgestellt, dass die Stillen und Vernünftigen aktuell wenig Aufmerksamkeit bekommen - eben weil sie zuhause bleiben», sagte Corinna Balkow, Vorsitzende des Landeselternausschusses Kita (LEAK). Daher habe der Ausschuss gemeinsam mit den Initiativen «Kitakrise Berlin» und «Eltern in der Krise» die Kundgebung organisiert. Einen Aufruf zur Teilnahme veröffentlichten die Organisatoren im Vorfeld nicht, um wegen der Infektionsgefahr eine hohe Teilnehmerzahl zu vermeiden.
Zu den Kernforderungen der Elternvertreter zählt ein «Corona-Kindergeld» in Höhe von monatlich 1000 Euro. Eine entsprechende Petition von Katharina Mahrt von der Initiative «Kitakrise Berlin» haben mehr als 46 000 Menschen unterschrieben. Das Geld solle etwa Familien unterstützen, die von Arbeitslosigkeit bedroht seien oder kein Bafög mehr bekämen. «Wir bekommen Zuschriften von Eltern, die kurz davor sind, ihren Job aufzugeben. Einigen bleibt nichts Anderes übrig, als ihre Kinder mit zur Arbeit ins Auto- oder Möbelhaus zu nehmen oder eben zu kündigen», sagte die LEAK-Vorsitzende Balkow.
Sie warte außerdem darauf, dass die Elternvertreter von der Senatskanzlei zu Gesprächen eingeladen würden, um einen langfristigen Fahrplan zur Kita-Öffnung zu erarbeiten. «Wenn es um die Kita-Öffnungen und alternative Betreuungsformen geht, sind wir zwar mit der Senatsverwaltung im Kontakt, aber eben doch nicht bei jedem Meeting dabei», sagte sie. Die Eltern warteten immer noch auf eine Einladung von der Senatskanzlei, um gemeinsam einen Fahrplan zur langfristigen Kita-Öffnung zu erarbeiten. Für Eltern, die selbst zur Risikogruppe gehörten und ihre Kinder daher nicht in die Kita geben könnten, brauche es zudem alternative Betreuungsformen.
Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte am Donnerstag bekannt gegeben, dass ab dem 14. Mai auch Kinder in ihrem letzten Kita-Jahr sowie deren Geschwister ein Recht auf Notbetreuung haben sollen. «Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen kann es noch nicht wieder für alle eine Ganztagsbetreuung geben. Ich bitte die Eltern hierfür um Verständnis und appelliere auch an die Arbeitgeber, Eltern in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen», hieß es in einer Mitteilung von Scheeres. Eine Sprecherin der Bildungssenatsverwaltung betonte am Montag, dass es Gespräche mit dem Landeselternausschuss Kita gebe und die Beteiligung der Eltern ausdrücklich erwünscht sei.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 11. Mai 2020 16:22 Uhr

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