Polizei zu Anti-Corona-Demo: Wir sind auf alles vorbereitet

Polizei zu Anti-Corona-Demo: Wir sind auf alles vorbereitet

Nach Angriffen auf Fernsehteams ist die Berliner Polizei nach eigenen Angaben auf eine erneute illegale Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen am Freitag gut vorbereitet. Man habe im Hinterkopf, was passiert sei, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Die Ereignisse würden in die Einsatzplanung mit einbezogen: «Wir sind auf alles vorbereitet.» Konkrete Details etwa zur Zahl der Beamten, die während der Versammlung am Nachmittag eingesetzt werden sollten, nannte der Sprecher jedoch nicht.

Anti-Corona-Demos

© dpa

Eine Frau trägt ein Transparent mit der Aufschrift "Freiheit ist nicht alles, aber ohne Freiheit ist alles nichts".

Man werde sich die Versammlung am Rosa-Luxemburg-Platz, die nicht angemeldet sei, ansehen und wenn nötig aktiv werden, hatte die Polizei bereits zuvor angekündigt. In Berlin sind derzeit nur Kundgebungen mit höchstens 50 Teilnehmern zugelassen. Ab 25. Mai dürfen an Versammlungen unter freiem Himmel nach Senatsbeschluss wieder bis zu 100 Personen teilnehmen. Der Senat hatte am Mittwoch und Donnerstag mehrere Lockerungen der Corona-Maßnahmen beschlossen.
Vor einer Woche hatte die Polizei diese sogenannte Hygiene-Demonstration wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung schnell aufgelöst. Die Stimmung war zum Teil recht aufgeheizt. Kurz danach wurde einige Straßen weiter ein ZDF-Fernsehteam, das zuvor bei der Demonstration gefilmt hatte, von einer Gruppe von etwa 15 vermummten Menschen brutal angegriffen. Auch in den Wochen zuvor hatten dort Menschen demonstriert.
Zuletzt hatten sich am Mittwoch nach einem Aufruf im Internet bis zu 400 Menschen vor dem Reichstagsgebäude versammelt. Augenzeugen berichteten, dass ganz verschiedene Gruppierungen vor Ort waren. Viele Menschen seien aggressiv gewesen. Die Polizei löste die Ansammlung auf. Dabei kam es zu Beleidigungen, Widerstandshandlungen und Körperverletzung gegen Polizisten. Ein Kamerateam der ARD wurde von einem Mann mit einem Tritt angegriffen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 8. Mai 2020 11:41 Uhr

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