Corona-Nachverfolgung: Bezirke stellen sich besser auf

Corona-Nachverfolgung: Bezirke stellen sich besser auf

Mit der Aussicht auf einen noch viele Monate dauernden Kampf gegen das Coronavirus stellen sich Berliner Bezirke technisch besser auf. Unter anderem das Gesundheitsamt Mitte setzt auf eine neue Software, die etwa die Nachverfolgung von Kontakten von Infizierten effizienter machen soll. Die Einführung sei in allen zwölf Bezirken verabredet, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montag bei einem Besuch im Lagezentrum im Rathaus Wedding. Man sei nicht in der Lage, mit den bisherigen Excel-Tabellen weiterzuarbeiten, sagte der Amtsarzt von Mitte, Lukas Murajda.

Dilek Kalayci

© dpa

Dilek Kalayci (l, SPD) besucht das Lagezentrum des Gesundheitsamtes Mitte.

«Alle Experten sagen, wir müssen das Virus in Schach halten bis ein Impfstoff da ist», machte Kalayci deutlich. Darauf stelle Berlin sich ein. Mit einem Impfstoff gegen Sars-CoV-2 wird frühestens im Frühjahr 2021 gerechnet. Bezirksstadtrat Ephraim Gothe (SPD) sagte, man müsse nun auf einen Marathon-Modus umschalten, der Planungshorizont im Bezirk liege bei zwölf Monaten.
Die bisherige Eindämmung sei zum großen Teil den Gesundheitsämtern zu verdanken, betonte Kalayci. Die Software soll zum Beispiel helfen, Infektionsketten zu überblicken, Informationen zum aktuellen Gesundheitszustand der Infizierten zu erfassen - dies wird regelmäßig telefonisch erfragt - oder auch regionale Häufungen von Infektionen zu erkennen.
Aktuell seien in Mitte 120 Mitarbeiter mit der Pandemie beschäftigt, viele davon aus anderen Bereichen der Verwaltung, so Murajda. «Wir haben sehr früh schon umgesteuert», sagte Kalayci mit Blick auf die Umverteilung des Personals. Ein Personalproblem gebe es bislang nicht, Berlin erfülle Richtlinien des Bundes sogar über. Aber man wisse auch, dass das Personal aus anderen Abteilungen nicht dauerhaft für den Kampf gegen das Virus zur Verfügung stehen könne - es gebe ein Konzept zur nachhaltigen Unterstützung der Gesundheitsämter.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 27. April 2020 13:20 Uhr

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