Innensenator: Derzeitige Corona-Lockerungen gerechtfertigt

Innensenator: Derzeitige Corona-Lockerungen gerechtfertigt

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hält die derzeitige Lockerung der Corona-Regeln angesichts der stagnierenden Infektionszahlen für angemessen und notwendig. Es gebe derzeit etwas mehr als 1000 registrierte akut infizierte Menschen in Berlin, daher sei es beim Verhältnis zur Einwohnerzahl von 3,7 Millionen Menschen «schon gerechtfertigt, über Lockerungen zu sprechen», sagte Geisel am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.

Andreas Geisel

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Andreas Geisel (SPD) spricht während einer Pressekonferenz.

Ob sich die Infektionszahlen angesichts zusätzlich geöffneter Geschäfte und mehr Notbetreuung in Schulen steigern werden, könne man erst in zwei bis drei Wochen sehen. Erst dann könne der Senat entscheiden, ob weiter gelockert werde oder ob es auch in Berlin eine Maskenpflicht in Geschäften geben müsse, sagte Geisel. Bisher ist das nur dringend empfohlen.
Geisel betonte: «Die Einschränkungen der Grundrechte sind ganz erheblich. Das wissen wir.» Aber sie seien zeitlich beschränkt, und es gehe eben um eine Abwägung zwischen dem Grundrecht etwa auf Demonstrationen und dem auf körperliche Unversehrtheit.
Der Linke-Abgeordnete und Arzt Wolfgang Albers wies darauf hin, dass die vergangenen Wochen des Einkaufens in Supermärkten ohne Maskenpflicht nicht zu einem Anstieg der Infektionsraten geführt hätten. Wenn die Menschen lange durchfeuchtete Tücher vor dem Mund tragen und ständig mit den Fingern zurecht rücken würden, dann im Supermarkt und woanders Gegenstände anfassen würden, sei der Nutzen dieser Maßnahme doch höchst fraglich.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 27. April 2020 13:08 Uhr

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