Drive-in für Corona-Tests auf Festplatz eröffnet

Drive-in für Corona-Tests auf Festplatz eröffnet

Nach der Absage von Großveranstaltungen bietet der Festplatz in Mitte jetzt Platz für einen Drive-in für Corona-Tests.

  • Corona-Teststelle in Mitte (4)© dpa
    Mitarbeiter vom Gesundheitsamt in Mitte halten ein Abstrichstäbchen in ein Autofenster auf dem zentralen Festplatz in der ambulanten Corona-Test-Einrichtung.
  • Corona-Teststelle in Mitte (2)© dpa
    Mitarbeiter vom Gesundheitsamt in Mitte nehmen Proben durch ein Autofenster auf dem zentralen Festplatz in der ambulanten Corona-Test-Einrichtung.
  • Corona-Teststelle in Mitte (3)© dpa
    Mitarbeiter vom Gesundheitsamt in Mitte nehmen eine Probe von Ephraim Gothe, Bezirksstadtrat Mitte, durch ein Autofenster auf dem zentralen Festplatz in der ambulanten Corona-Test-Einrichtung.
  • Corona-Test-Einrichtung© dpa
    Mitarbeiter vom Gesundheitsamt stehen in der ambulanten Corona-Test-Einrichtung.
  • Corona-Teststelle in Mitte (1)© dpa
    Mitarbeiter vom Gesundheitsamt in Mitte nehmen Proben durch ein Autofenster auf dem zentralen Festplatz in der ambulanten Corona-Test-Einrichtung.
Der Bezirk hat auf dem Gelände am Kurt-Schumacher-Damm im Wedding am Donnerstag den «Testplatz» eröffnet. Dort sollen Menschen mit Krankheitssymptomen, die flüchtigen Kontakt zu nachweislich Corona-Infizierten hatten, vorfahren können und getestet werden. Dafür werden Zeitfenster vorgegeben. Aber auch mehr Erkenntnisse über Ansteckungsorte erhofft sich der Bezirk.

Bezirk auf zwölfmonatigen Betrieb des Testplatzes eingestellt

Angesichts der nun beschlossenen Lockerungen sei wieder mit mehr Infektionen zu rechnen, man komme in eine neue Phase, sagte Bezirksstadtrat Ephraim Gothe (SPD). «Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben.» Der Bezirk sei darauf eingestellt, den Testplatz zwölf Monate zu betreiben. Das Nachverfolgen von Kontaktpersonen und das Aufspüren von Infizierten gelten als zentrale Bausteine der Strategie im Kampf gegen das Coronavirus. Wer positiv getestet wurde, muss sich 14 Tage in Quarantäne begeben, um weitere Ansteckungen zu vermeiden.

Erkenntnisse über Ansteckungsorte erhofft

Gothe sagte, man verspreche sich von den Tests auch mehr Informationen zu Ansteckungsorten: Dies soll über eine neue Software systematisch erfasst werden, um etwaige Muster zu erkennen. Nachdem anfangs die Clubs als Ausbruchsherde gegolten hätten, seien Fälle zuletzt eher auf Krankenhäuser zurückzuführen gewesen. Schon in 14 Tagen lägen möglicherweise erste Hinweise vor, wo sich die Menschen nun anstecken. Mit diesem Wissen könne die Politik womöglich nachjustieren.
Wenn man nach einem Kontakt zu einem Infizierten Symptome habe und aus Mitte komme, kann man sich laut Grothe unter der Telefonnummer 030/901845271 melden und einen Termin bekommen.

«Corona-Busters» sollen 40 bis 60 Tests täglich durchführen

Vor Ort stehen drei Zelte, in denen Mitarbeiter des Gesundheitsamts sowie Ärzte die Personalien prüfen, den Abstrich nehmen sowie Info-Material ausgeben. «Corona-Busters» steht auf Schildern - als Anspielung auf die «Ghostbusters»-Filme. Von Kopf bis Fuß stecken die Mitarbeiter in Schutzkleidung; täglich sind 40 bis 60 Tests geplant. Damit wird der Suchradius ausgeweitet: Bisher testete das Amt nach eigenen Angaben nur Menschen mit Symptomen, wenn diese direkten Kontakt zu Infizierten hatten.

Großveranstaltungen wegen Corona-Pandemie abgesagt

Auf dem Festplatz wäre normalerweise die Zeit für ein Frühlingsfest oder für Konzerte, diese wurden wegen der Pandemie jedoch abgesagt oder verlegt. Der Schaustellerverband, der den Platz gemietet hat, kooperierte für die Einrichtung des Testplatzes mit dem Bezirk. Gothe berichtete, die Schausteller hätten die Zelte gestellt, sich um Fahrbahnmarkierungen gekümmert und den Platz dem Bezirk unentgeltlich überlassen. Auch Neukölln hat die Eröffnung eines Corona-Drive-ins angekündigt; dort soll es am Freitag testweise losgehen.

Rund acht Prozent der Tests in Berlin positiv

Zudem betreiben mehrere Kliniken Untersuchungsstellen für Corona-Verdachtsfälle. Dort sind bislang 10 000 Tests gemacht worden, von denen acht Prozent positiv waren, wie Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) kürzlich sagte. In Berlin sind die wöchentlichen Testkapazitäten in den vergangenen Wochen stark ausgebaut worden, sie liegen derzeit bei knapp 50 000.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 23. April 2020 15:19 Uhr

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