Philologenverband: Abiturprüfungen notfalls in den Ferien

Philologenverband: Abiturprüfungen notfalls in den Ferien

Die letzten Abiturprüfungen könnten nach Einschätzung des Berliner Philologenverbandes notfalls in die Sommerferien verschoben werden. Denn auch die Lehrkräfte müssten sich in diesem Jahr auf schwierige Bedingungen einstellen.

Abiturprüfungen

© dpa

Abiturienten gehen in einem Gymnasium kurz vor Beginn des Abiturs an einem Schild vorbei.

«Die Zeit drängt», sagte Frank Rudolph, Sprecher des Philologenverbandes Berlin/Brandenburg am 15. April 2020. Üblicherweise hätte es schon vor Ostern eine Grundkursklausur und eine mündliche Prüfung gegeben, die nun nachgeholt werden müssten. Außerdem ende das Schuljahr in Berlin schon am 24. Juni. Bis dahin müssten alle Klausuren korrigiert, die Noten festgelegt und die Zeugnisse ausgestellt sein. Das könne knapp werden, sagte Rudolph. «Eine Alternative wäre dann, die letzten Prüfungen in die Sommerferien zu verlegen.»
Grundsätzlich hält der Philologenverband, der die Berliner Gymnasien und Gesamtschulen vertritt, an denen Abitur gemacht werden kann, es für möglich, die Prüfungen trotz Corona-Krise zu organisieren. «Es gibt aber diverse Unsicherheitsfaktoren», sagte Rudolph. So sei noch nicht klar, wie viele Lehrkräfte nach den Osterferien möglicherweise den Dienst nicht antreten könnten - weil sie selbst infiziert oder in Quarantäne sind. Und auch nicht, wie viele Schüler krank seien und deshalb an den Prüfungen zunächst nicht teilnehmen könnten.
Die Klausuren in der Coronakrise zu organisieren, erfordere außerdem einen erheblich größeren Aufwand, weil die Schüler über etliche Räume verteilt werden müssten und auch mehr Aufsichtspersonal nötig sei. Die Prüfungen ganz ausfallen zu lassen, wäre aus Rudolphs Sicht aber unfair gegenüber den Schülern.

Das könnte Sie auch interessieren

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 15. April 2020 14:36 Uhr

Weitere Meldungen