Osterwochenende: Polizei mit Verhalten der Berliner zufrieden

Osterwochenende: Polizei mit Verhalten der Berliner zufrieden

Trotz teils vollen Parks und Partys hat die Berliner Polizei ein erstes positives Fazit der Kontrollen am Osterwochenende gezogen.

Tempelhofer Feld (2)

© dpa

«Im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden», sagte eine Polizeisprecherin am Montagnachmittag (13. April 2020). Die Bürger hätten sich größtenteils an die Abstandsregeln gehalten, nur vereinzelt habe es Fehlverhalten gegeben.

500 bis 600 Kräfte am Ostermontag im Einsatz

Auch am Ostermontag kontrollierten nach Angaben der Sprecherin stadtweit 500 bis 600 Einsatzkräfte, ob sich die Leute an die verordneten Abstandsregeln wegen der Corona-Krise halten. Bislang hätten die Polizisten vor allem viele Sportler und Fahrradfahrer bemerkt, hieß es. Wahrscheinlich wegen des Wetterumschwungs würden sich nicht so viele Menschen wie zuvor etwa in Parks niederlassen. Am Montag war es deutlich kälter als an den Tagen zuvor.

Verstärkte Kontrolle seit Karfreitag

Die Polizei hatte ab Karfreitag in der Hauptstadt verstärkt die Einhaltung der Corona-Regeln kontrolliert. Im Vorfeld war befürchtet worden, dass es die Menschen wegen des angekündigten guten Wetters vermehrt nach draußen ziehen würde.

Viele Besucher in Parks und Gärten

Tatsächlich waren bei Temperaturen von bis zu 24 Grad etwa am Ostersonntag viele Parks und Ausflugsziele an Seen gut besucht. Dpa-Reporter berichteten von vielen Menschen etwa auf dem Tempelhofer Feld, im Tiergarten und dem Volkspark Wilmersdorf. Am Jagdschloss Grunewald genossen Hunderte das schöne Wetter am Wasser, auch zur Krummen Lanke in Dahlem kamen viele Besucher.

31 Strafanzeigen und 122 Ordnungswidrigkeiten am Ostersonntag

Die Polizei kontrollierte am Sonntag eigenen Angaben nach tagsüber mit rund 630 Einsatzkräften, in der Nacht waren rund 140 Polizisten unterwegs. Insgesamt 31 Straf- und 122 Ordnungswidrigkeitenanzeigen seien gefertigt worden.

31 Gäste auf verbotener Geburtstagsparty in Mitte

Zu den Verstößen zählte laut Polizei unter anderem die Geburtstagsfeier einer Jugendlichen, die in der Nacht zum Montag in Mitte in ihren 16. Geburtstag reinfeiern wollte. Die eigene Mutter habe offenbar eigens für die Feier kurzfristig ein 2,5-Zimmer-Apartment angemietet, hieß es. 31 Gäste seien gekommen. Die Polizei löste die Party noch in der Nacht auf. Zuvor hatten Beamte auch in der Nacht zum Sonntag in Schöneberg und Moabit Partys mit jeweils 14 Feiernden beendet.

Sawsan Chebli kritisiert volle Parks

Kritik kam am Montag von der Berliner Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement, Sawsan Chebli. Sie twitterte, die Parks seien voller, es gebe Partys. «Eins müssen alle kapieren: Jede Lockerung setzt voraus, dass wir bleibende Einschränkungen absolut befolgen. Freiheit kommt in kleinen Schritten zurück oder gar nicht.»

Polizeisprecherin: Kleine Minderheit hält sich nicht an Regeln

Eine Polizeisprecherin räumte auf Anfrage ein, dass die Parks teils stark frequentiert gewesen seien und sich manche Menschen nicht an die Verordnungen hielten. Doch angesichts der Zahl der Bürger, die in Berlin leben, handele es sich um eine kleine Minderheit.

Zwei Zwischenfälle am Karsamstag

Zu zwei Zwischenfällen war es zuvor auch am Karsamstag gekommen. Fast 400 Menschen hatten sich zu einer Demonstration gegen die Aussetzung der Grundrechte am Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte versammelt. Bei einem harten Kern von Teilnehmern, der sich nicht habe entfernen wollen, sei es zum Zweck der Identitätsfeststellung zu «vorübergehenden Freiheitsbeschränkungen» gekommen, teilte die Polizei mit. Eine Kundgebung am Leopoldplatz in Wedding für einen besseren Schutz Geflüchteter vor dem Virus war zuvor ähnlich verlaufen.
Insgesamt stellte die Berliner Polizei eigenen Angaben nach seit dem 14. März 1058 Straftaten im Zusammenhang mit den Corona-Regeln fest (Stand Montagmorgen). Es habe 2279 objektbezogene Prüfungen gegeben sowie 6875 Überprüfungen im Freien.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 13. April 2020 21:18 Uhr

Weitere Meldungen