Deutliche Zunahme der Datenschutzpannen in Berlin

Deutliche Zunahme der Datenschutzpannen in Berlin

In Berlin werden immer mehr Datenschutzpannen bekannt. Bei der Landesdatenschutzbeauftragen Maja Smoltczyk wurden im vergangenen Jahr 1017 solcher Fälle angezeigt, bei denen sensible Daten in falsche Hände gerieten.

Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk

© dpa

Maja Smoltczyk, Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, vor der Presse.

Im Vergleich zu 2018 bedeutet das eine Verdreifachung, wie aus dem am Freitag veröffentlichen Jahresbericht 2019 der Beauftragten hervorgeht. Dort sind auch einige Fälle aufgelistet.
Beim Berlin Marathon etwa konnten die Teilnehmer etwa 15 Stunden lang Einblick in die Notfallkontaktdaten anderer Läufer nehmen. Grund war eine falsche technische Einstellung in der Datenbank. Die Gesamtzahl der möglicherweise betroffenen Notfallkontakte - jeweils mit Namen, Geburtsdatum und Telefonnummer - belief sich auf 5242 und betraf Menschen aus ganz Europa.
Mehrere Kindertagesstätten mussten einräumen, dass Digitalkameras mit Fotos von Ausflügen mit Kindern und Erziehern gestohlen wurden. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales gab versehentlich 18 Diktiergeräte an drei Bezirksämter, ein Amtsgericht und ein Finanzamt ab, die noch personenbezogene Diktate über amtsärztliche Untersuchungen enthielten.
Bei solchen Pannen besteht seit einiger Zeit eine Verpflichtung, die Datenschutzbeauftragte zu informieren. Die versucht dann sicherzustellen, dass Betroffene umfassend gewarnt und informiert oder Fehler abgestellt, Daten also beispielsweise gelöscht werden. In bestimmten Fällen sind Sanktionen wie eine Verwarnung oder ein Bußgeld möglich.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 3. April 2020 14:12 Uhr

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