Berlin will Flüchtlingen trotz Coronakrise helfen

Berlin will Flüchtlingen trotz Coronakrise helfen

Berlin will trotz der Coronakrise unbegleitete minderjährige Flüchtlinge von den griechischen Ägäis-Inseln aufnehmen.

Andreas Geisel (SPD), Berliner Innensenator

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Andreas Geisel (SPD), Berliner Innensenator.

«Ich glaube, dass wir zu den europäischen Werten stehen müssen, ungeachtet der Schwierigkeiten der Debatte, die wir jetzt wegen der Coronakrise miteinander führen», sagte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Donnerstag (26. März 2020) im Abgeordnetenhaus. Die Bundesbehörden seien genau wie die Landesbehörden bemüht, für die unbegleiteten Kinder eine Lösung zu finden.
Neun europäische Länder von Norwegen bis Bulgarien hätten sich grundsätzlich dazu bereit erklärt, sagte Geisel. «Wichtig ist, dass wir die Voraussetzungen dafür haben, dass wir die Betreuungsplätze haben, weil wir davon ausgehen müssen, dass es sich um traumatisierte Kinder handelt, die aus Bürgerkriegsregionen geflüchtet sind.»
Bildungs- und Familiensenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagte, der Regierende Bürgermeister habe bereits angekündigt, dass Berlin mindestens 80 Unbegleitete aufnehmen werde. «Ich kann nur sagen, auch die Jugendhilfe ist darauf vorbereitet. Wir könnten jetzt spontan 50 Plätze besetzen, die frei sind», so die Senatorin. Es sei aber bereits mit den Trägern besprochen, dass innerhalb von drei bis vier Wochen noch deutlich mehr Plätze zur Verfügung stehen könnten.
Scheeres ergänzte, die Vorstellung, dass ein 16-jähriges Kind in so einem Lager allein auf sich gestellt sei, zerreiße ihr das Herz. «Und ich finde, dass wir in Europa eine Verantwortung haben, diesen Kindern zu helfen.» Die Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln im Osten der Ägäis gelten als chronisch überfüllt. Humanitäre Organisationen kritisieren die Lebensbedingungen dort seit Langem.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 26. März 2020 21:18 Uhr

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