Kammergericht muss weiter mit Provisorien arbeiten

Kammergericht muss weiter mit Provisorien arbeiten

Vier Monate nach der Entdeckung eines Cyberangriffs kann das Berliner Kammergericht weiter nur provisorisch arbeiten. Von 550 still gelegten Computern seien bislang 60 ersetzt worden, teilte Gerichtspräsident Bernd Pickel am Mittwoch im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses mit. «Wir haben eine provisorische Arbeitsstruktur geschaffen.» Im Februar sollten 80 bis 90 Prozent der Mitarbeiter wieder am eigenen Platz arbeiten können. «Es ist alles im Fluss, es ist mehr, als es von außen aussieht», gab sich Pickel optimistisch. Derzeit müssen etwa Schreiben gefaxt werden.

Berliner Kammergericht

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Das Berliner Kammergericht muss weiterhin mit Provisorien arbeiten.

Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) sagte mit Bezug auf ein Gutachten zu dem Trojaner-Angriff, es müsse davon ausgegangen werden, dass Daten abgeflossen seien. Pickel ergänzte, es gebe laut der Experten-Einschätzung aber keine konkreten Erkenntnisse, dass Dokumente, Urteile oder Beschlüsse des Gerichts gestohlen wurden.
Das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ) hatte den Virus im Computersystem Ende September bemerkt. Die Rechner wurden vom Internet getrennt und das Kammergericht vom Netz genommen. Das Gericht hatte ein eigenes System, das nicht wieder aufgebaut werden soll. Es kommt unter den Schirm des Dienstleistungszentrums.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 29. Januar 2020 15:58 Uhr

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