Schiedsrichternachwuchs setzt auf praktische Erfahrungen

Schiedsrichternachwuchs setzt auf praktische Erfahrungen

Der Berliner Fußball-Verband will mit einer speziellen Nachwuchsausbildung der rückläufigen Zahl von Schiedsrichtern entgegenwirken. «Seit der Saison 2016/2017 wurden bisher 165 Kinder-Schiedsrichter im Alter zwischen 12 und 14 Jahren in insgesamt acht Lehrgängen ausgebildet», sagte der Schiedsrichter-Ausschussvorsitzende des Berliner Fußball-Verbandes (BFV), Jörg Wehling, der Deutschen Presse-Agentur, «78 sind als «aktiv» gemeldet.»

Mehr als die Hälfte der Kandidaten bricht die Ausbildung ab oder gibt das Amt nach den ersten Monaten Praxis auf. Wehling sieht den praktischen Aspekt auch als Knackpunkt, ob die Interessenten das Amt des Unparteiischen auch wirklich ausüben werden: «Das eigene Erleben auf dem Platz weist den Weg, ob die Jugendlichen sagen, das wäre etwas für mich oder auch nicht.»
Darum gehören mittlerweile zur Ausbildung auch insgesamt drei Spielleitungen, um den Lehrgang erfolgreich abschließen zu können. «Nach den Prüfungen und dann auf dem Feld können die Jugendlichen besser einschätzen, ob das Amt des Schiedsrichters etwas für sie ist oder nicht», sagt Wehling.
Die heranwachsenden Unparteiischen dürfen dann nach erfolgreichem Abschluss Jugendspiele des eigenen Vereins leiten. «Dabei werden sie von Trainern des Clubs oder dem Schiedsrichter-Obmann begleitet», sagt Wehling. Zwölf Euro erhalten die Jugendlichen pro geführte Partie.
Trotzdem wird nicht jeder erfolgreiche jugendliche Absolvent auch später noch an der Pfeife arbeiten. Neben privaten Ansprüchen wie Freizeit oder Partner begleiten auch die Ängste der Eltern die jungen Referees. Trotzdem sieht Wehling die Berliner Lösung auf einem richtigen Weg: «Die, die schon immer bei uns sind, bleiben auch bei uns.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 31. Oktober 2019 06:56 Uhr

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