Bischof Dröge zu Halle: «Nie wieder» rufen reicht nicht

Bischof Dröge zu Halle: «Nie wieder» rufen reicht nicht

Der Berliner Bischof Markus Dröge fordert nach dem Terroranschlag in Halle härtere Maßnahmen gegen Rechts. Es reiche nicht mehr, «nie wieder» zu rufen, teilte der Geistliche am Sonntag anlässlich der am Mittag geplanten Demo gegen Antisemitismus «Unteilbar» in Berlin mit. «Der Verfassungsschutz und die Sicherheitskräfte müssen wesentlich konsequenter gegen rechte Netzwerke und rechtspopulistische Funktionäre vorgehen, die erwiesenermaßen verfassungsfeindliche Thesen verbreiten.»

Dröge nimmt als Vertreter der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz an dem Protestmarsch teil, der um 13.00 am Bebelplatz in Berlin-Mitte starten soll. Tausende Teilnehmer werden erwartet. «Auch wir in den Kirchen dürfen nicht nachlassen, die christlichen Werte gegen Menschenfeindlichkeit zu verteidigen.»
Ein schwerbewaffneter Rechtsextremist hatte am Mittwoch versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen, in der rund 50 Gläubige den jüdischen Feiertag Jom Kippur begingen. Als der Plan scheiterte, erschoss der Deutsche eine Passantin und einen Mann in einem Döner-Imbiss. Der 27 Jahre alte Rechtsextremist sitzt in Untersuchungshaft. Er hat antisemitische und rechtsextremistische Motive bestätigt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 13. Oktober 2019 10:53 Uhr

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