Tschechischer Sachsenhausen-Überlebender Srdecny gestorben

Tschechischer Sachsenhausen-Überlebender Srdecny gestorben

Der Tscheche Vojmir Srdecny, einer der letzten Überlebenden des Konzentrationslagers Sachsenhausen, ist tot. Er starb bereits am 14. August im Alter von 99 Jahren, wie der Verband der Freiheitskämpfer CSBS unter Berufung auf die Angehörigen am Dienstag mitteilte. Den Tod bestätigte auf Nachfrage auch ein Sprecher der Gedenkstätte im brandenburgischen Oranienburg unter Berufung auf das Internationale Sachsenhausen Komitee.

Die nationalsozialistischen Besatzer hatten den jungen Studenten in der sogenannten «Sonderaktion Prag» gemeinsam mit 1200 Kommilitonen im November 1939 nach Sachsenhausen verschleppt. Zuvor hatte Adolf Hitler die Schließung aller tschechischen Hochschulen angeordnet.
«Der erste Brief, den wir schreiben durften, wurde uns diktiert: Liebe Eltern, ich bin gesund, es geht mir gut», sagte Srdecny später einmal. Doch die Realität sah anders aus: Srdecny erzählte von Erschießungen, weil jemand eine Zigarettenkippe aufhob, und schwerer, sinnloser Arbeit. «Wir schaufelten den Sand von links nach rechts und nach einer Stunde wieder von rechts nach links.»
Nach einem Jahr und einem Monat kam Srdecny frei. Nach dem Krieg konnte er sein Sportstudium wieder aufnehmen. Er widmete sich sein Leben lang der Arbeit mit Behinderten und war Vorsitzender des Verbands für Behindertensport in der damaligen Tschechoslowakei. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Er war Mitglied des Internationalen Sachsenhausen-Komitees und nahm regelmäßig an den Erinnerungsfeiern zum 17. November, dem Weltstudententag, am Prager Hlavka-Studentenwohnheim teil.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 20. August 2019 13:00 Uhr

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