Polizeieinsatz in Jugendhilfe-Einrichtung: Aufklärung läuft

Polizeieinsatz in Jugendhilfe-Einrichtung: Aufklärung läuft

Nach Vorwürfen gegen die Berliner Polizei wird ein Einsatz in einer Einrichtung für minderjährige Geflüchtete weiter aufgeklärt. «Der Einsatz wird immer noch ausgewertet, sodass zum jetzigen Zeitpunkt keine abschließende Bewertung erfolgen kann. Nach derzeitigem Kenntnisstand handelt es sich um einen rechtmäßigen Einsatz», teilte die Polizei auf dpa-Anfrage mit.

In Polizei-Westen gekleidete Polizisten

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In Polizei-Westen gekleidete Polizisten. Foto: Silas Stein/Archivbild

Vor Tagen hatten die Berliner Opferberatungsstelle ReachOut, der Flüchtlingsrat und der Bundesfachverband für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge die Vorwürfe erhoben. Beamte hätten Anfang Juli Türen eingetreten, schlafende Jugendliche mit vorgehaltener Waffe aus den Betten geholt und ihnen Handschellen angelegt. Bei keinem der Jugendlichen habe es den Verdacht auf eine Straftat gegeben, die Polizei habe die Räume eines dort gemeldeten jungen Mannes durchsuchen wollen, der bereits vor zwei Monaten in eine andere Einrichtung verlegt worden sei.
Von der Polizei hieß es, dass die Beamten am 2. Juli mit richterlichem Beschluss eine Wohnung durchsucht hätten, die betroffene Person sei dort gemeldet gewesen. Es folgten demnach Identitätsfeststellungen. «Der geschilderte Verlauf hinsichtlich der angeblich «gezogenen Schusswaffen» kann derzeit nicht bestätigt werden», teilten die Beamten weiter mit.
Kurz vor Beginn und während des Einsatzes sei vergeblich versucht worden, Mitarbeiter der Einrichtung zu erreichen. Später habe sich eine Mitarbeiterin zurückgemeldet und erläutert, dass der Jugendliche aufgrund eines Versäumnisses der Einrichtung nicht abgemeldet worden sei und seit einigen Wochen dort nicht mehr wohne.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 27. Juli 2019 12:50 Uhr

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