Antisemitismus-Beauftragter: Kippa-Tragen am Samstag

Antisemitismus-Beauftragter: Kippa-Tragen am Samstag

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat die Bundesbürger aufgerufen, am kommenden Samstag Kippa zu tragen. Damit setze man ein wichtiges Zeichen der Solidarität mit Juden und trete ein für die uneingeschränkte Religionsfreiheit und gesellschaftliche Vielfalt, sagte Klein den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). «Ich rufe alle Bürgerinnen und Bürger in Berlin und überall in Deutschland auf, am kommenden Samstag, wenn in Berlin beim «Al-Kuds-Tag» wieder in unerträglicher Weise gegen Israel und gegen Juden gehetzt wird, Kippa zu tragen.»

Antisemitismusbeauftragter Felix Klein

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Felix Klein, designierter Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung, gibt ein Interview. Foto: Britta Pedersen/Archivbild

Klein rief zugleich dazu auf, an der Demonstration in Berlin gegen den «Al-Kuds-Tag» teilzunehmen. Hintergrund der anti-israelischen Proteste am «Al-Kuds-Tag» ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem.
Klein hatte zuvor geraten, Juden sollten sich nicht überall in Deutschland mit der Kippa zeigen. Er begründete dies mit der «zunehmenden gesellschaftlichen Enthemmung und Verrohung», die ein fataler Nährboden für Antisemitismus sei. Im Jahr 2018 war die Zahl antisemitischer Straftaten bundesweit stark gestiegen. Die Kippa, eine kleine kreisförmige Mütze, wird von jüdischen Männern als sichtbares Zeichen ihres Glaubens traditionell den ganzen Tag lang getragen. «Wenn Politik und Gesellschaft mit vereinten Kräften gegen Antisemitismus vorgehen, dann haben wir eine echte Chance, diesen Kampf zu gewinnen», sagte Klein.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 28. Mai 2019 07:00 Uhr

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